«Es hätte auch gegen Roger Köppel gereicht»

Kaum sind die Wahlen durch, äussert sich Ruedi Noser nur beiläufig zum Klima. Im Interview sagt er, warum.

Konnten ihr Amt verteidigen: Das Zürcher Ständeratsduo Daniel Jositsch (links) und Ruedi Noser (rechts). (17. November 2019) Bild: Walter Bieri/Keystone

Konnten ihr Amt verteidigen: Das Zürcher Ständeratsduo Daniel Jositsch (links) und Ruedi Noser (rechts). (17. November 2019) Bild: Walter Bieri/Keystone

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Herr Noser, Ihr Wahlsieg ist viel klarer als prognostiziert. Warum?
Ich habe offensichtlich in allen Lagern, allen Kantonsteilen und in allen Milieus viele Stimmen erhalten. Es war kein Blockwahlkampf, die Zürcherinnen und Zürcher haben nicht als FDP-, SVP- oder SP-Mitglieder, als Linke oder Rechte gewählt, sondern schlicht als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.

Und doch mussten Sie in einen zweiten Wahlgang.
Und der hat mir gezeigt, dass man eine Majorzwahl auch mit Charakter und einer klaren politischen Haltung gewinnen kann. Zudem hat wohl auch meine Erfahrung für mich gesprochen. Das Zürcher Duo im Ständerat hat ein grosses Gewicht.

Hätte es auch mit Roger Köppel als Gegner so locker gereicht?
Ich bin überzeugt, dass es auch ohne Rückzug der SVP gereicht hätte. Nun war es viel einfacher.

War der Wahlkampf ohne Köppel auch angenehmer?
Marionna Schlatter und ich haben hart in der Sache gestritten, sind persönlich aber sehr fair miteinander umgegangen. Köppels Vokabular möchte ich nicht qualifizieren, ich persönlich würde allerdings nie so über politische Gegner reden. Und ich möchte auch nicht, dass meine Kinder sich so benehmen.

Immerhin hat sich die SVP zu Ihren Gunsten zurückgezogen. Was heisst das für die bürgerliche Zusammenarbeit?
Dadurch könnte die Basis gelegt worden sein, damit wir bei den nächsten Gemeinde- und Kantonsratswahlen wieder besser zusammenarbeiten. In einem bürgerlichen Kanton müssen die bürgerlichen Kräfte zwingend zusammenarbeiten.

Sind die SVP-Wähler für Sie an die Urne gegangen?
Ganz klar, sonst hätte ich nicht diesen Vorsprung erzielt.

Was sind Ihre Ziele für die nächste Legislatur?
Ich will mich nun weder nach links noch nach rechts verbiegen. Für mich als Ständerat hat nun die Sicherung der Renten für die nächsten 12, 15 oder gar 20 Jahre erste Priorität. Zweitens: Die Rentnerinnen und Rentner haben ein Recht darauf zu wissen, dass ihre AHV gesichert ist.

Herausfordererin Marionna Schlatter gratuliert Ruedi Noser zu seiner Wahl. (17. November 2019) Bild: Walter Bieri/Keystone

Dann müssen wir die Gesundheitskosten in den Griff bekommen ohne Tricks und Umverteilungen, und wir müssen unsere Situation mit Europa bereinigen, um Rechtssicherheit und Marktzutritt gewährleistet zu haben. Ganz wichtig auch: Wir müssen die Umweltpolitik ernst nehmen, aber als Chance für die Wirtschaft betrachten und nicht als Problem. Die Politik, die Petra Gössi eingeleitet hat – und an der ich beteiligt bin – muss weitergeführt werden und zwar als Wirtschaftspolitik für die Umwelt.

Sie erwähnen – kaum sind die Wahlen durch – das Klima an letzter Stelle.
Weil das CO2-Gesetz im Ständerat durch ist, wir haben die Arbeit gemacht, und zwar so, dass die Grünen und die SP auch einverstanden sind – auch wenn diese mich im Wahlkampf dauernd angegriffen haben.

Erstellt: 17.11.2019, 19:04 Uhr

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