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«Es könnte sein, dass wir die Gastronomie ganz schliessen»

Marc Caprez, Direktor des Fifa-Museums, zieht drastische Massnahmen in Betracht, um das Prestigeprojekt des Weltfussballverbandes zu retten.

Will beim Stellenabbau möglichst wenig Fehler machen: Marc Caprez, CEO und Sprecher des Fifa-Museums.
Will beim Stellenabbau möglichst wenig Fehler machen: Marc Caprez, CEO und Sprecher des Fifa-Museums.
zvg

Sie entlassen acht Mitarbeiter und sprechen von einem «ersten Schritt». Gibt es das Fifa-Museum in zwei Jahren überhaupt noch?

Davon darf heute ausgegangen werden. Die Taskforce der Fifa hat erkannt, dass es in Zürich ein Fussballmuseum braucht. Wir sind die Einzigen, die sich der spannenden Geschichte und Entwicklung des internationalen Fussballs annehmen. Die sozialen, kulturellen und erzieherischen Werte des Museums sind unbestritten. Die Schliessung ist deshalb derzeit keine Option. Die Fifa ist auch bereit, das Museum weiterhin zu unterstützen, aber unser derzeitiger Selbstfinanzierungsgrad von 24 Prozent muss besser werden.

Sie haben weitere Kündigungen in Aussicht gestellt. Warum diese Entlassungen in Tranchen?

Wir wollen in diesem Prozess möglichst wenig Fehler machen. Wir analysieren Schritt für Schritt sämtliche Bereiche und Organisationseinheiten des Museums gründlich auf ihr Sparpotenzial.

Sie haben mehr Mitarbeiter als das Kunsthaus, aber nur halb so viele Besucher. Wo bauen Sie weiter ab?

Sehr hoch defizitär ist die Gastronomie. Das könnte bedeuten, dass wir diese ganz schliessen. Sicher ist, dass wir sie in der heutigen Form nicht weiterführen können.

Worauf können Sie nicht verzichten?

Wir sind eine museale Institution, und dies soll auch in Zukunft so bleiben. Daher kann auf den kuratorischen Teil, das Research und Documentation Center sowie die Bibliothek auch in Zukunft nicht verzichtet werden. Sonst können wir unseren Auftrag – beschaffen, bewahren, erforschen, bekannt machen und ausstellen – nicht mehr erfüllen. Verstärkt vorantreiben wollen wir künftig die Vernetzung mit Bildungsorganisationen.

Sie fordern Ihre Mitarbeiter im Informationsschreiben auf, Vorschläge zu unterbreiten, wie Entlassungen verhindert werden könnten. Haben sie schon welche bekommen?

Bisher nicht, wobei die Frist ja erst seit Freitag läuft. Für die Mitarbeiter kommt der Abbau aber nicht überraschend. Sie wissen seit vergangenem Herbst, dass wir finanziell schwierige Zeiten durchleben und auch die Schliessung des Museums zur Diskussion stand. Mir war es persönlich sehr wichtig, immer möglichst offen zu informieren.

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