E-Trotti-Flut bringt Stadt ins Grübeln

In Zürich ist ein neuer E-Trottinett-Anbieter auf dem Markt. Die Stadt zeigt sich weiterhin liberal, analysiert aber ihre Haltung.

E-Trottinette sind erfolgreich, auch wenn nicht immer sicher. Jenes des Herstellers Lime ist in Zürich nicht mehr unterwegs, dafür ein neues.

E-Trottinette sind erfolgreich, auch wenn nicht immer sicher. Jenes des Herstellers Lime ist in Zürich nicht mehr unterwegs, dafür ein neues. Bild: Urs Jaudas

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Sie sind in Zürich gefragt: E-Trottinette, die man leicht über eine App mieten kann. Mehrere Anbieter haben ihr Glück in der Stadt bereits versucht – nun ist ein neuer aufgetaucht: «This ist not a scooter» vermietet erste Gefährte in Zürich.

Wie «Blick.ch» schreibt, will die Firma erst am Freitag genauer auf ihre Strategie eingehen. Bisher ist deshalb unbekannt, wie viele neue E-Trottis geplant sind, wo sie stehen sollen und ob das Unternehmen Expansionspläne für die Schweiz hat.

Da in Zürich nun noch ein Anbieter hinzukommt, ist es Zeit für die Antworten zu vier wichtigen Fragen.

  • Dürfen die E-Trotti-Anbieter den öffentlichen Raum einfach ungefragt nutzen?
    Die Stadt hat grundsätzlich eine liberale Haltung gegenüber den Trottinett-Anbietern. Weder vergibt sie Lizenzen, noch schreibt sie Stückzahlen vor. Laut Pio Sulzer, dem Sprecher des Stadtzürcher Tiefbauamts, analysiert sie aber gegenwärtig, ob eine Anpassung an diese Praxis nötig ist. Die Firmen dürfen ihre Gefährte sowieso nur auf privatem Grund abstellen. Falsch parkierte E-Trottis sammelt die Stadt ein. In anderen Städten ist es nicht so leicht, E-Trottis anzubieten. So mussten die Anbieter in San Francisco regelrecht um eine Lizenz buhlen, die diversen Auflagen unterliegt, wie einer beschränkten Anzahl Gefährte und Mietlösungen für weniger gut Verdienende. Zum Schluss erhielten lediglich zwei Anbieter die Möglichkeit, E-Trottis zu vermieten.
  • Wo darf man mit den E-Trottis überall herumfahren?
    Die elektrischen Trottinette sind den Velos gleichgesetzt. Es ist deshalb zum Beispiel verboten, mit ihnen über das Trottoir zu fahren – anders als mit herkömmlichen Trottinetten. Wer trotzdem über das Trottoir braust, riskiert eine Busse von 40 Franken. Bei der Polizei heisst es, auch sie handhabe den Umgang mit E-Trottinetten eher liberal. Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die Stadtpolizei eine klarere Gesetzeslage wünscht.
  • Verunfallt man mit einem E-Trottinett, was zahlt die Versicherung?
    Da Elektro-Trottinette gesetzlich den Velos gleichgesetzt sind, gilt zum Beispiel bei der Versicherungsgesellschaft Axa: Die Privathaftpflicht übernimmt die Kosten für den Schaden an Drittpersonen. Es bestehe volle Deckung, heisst es. Das gilt auch, wenn man vor dem Unfall verbotenerweise auf dem Trottoir gefahren ist. Dann jedoch könnte es «je nach Verschulden Rückgriffe auf den Lenker, die Lenkerin» geben. Dasselbe gilt bei der Mobiliar, die noch präzisiert: «Mit einer Kürzung der Versicherungsleistung muss der Trotti-Fahrer dann rechnen, wenn seine Fahrweise besonders rücksichtslos und damit grobfahrlässig war.» Zum Beispiel, wenn er im Zickzack mit voller Geschwindigkeit durch die Menschenmassen gefahren ist.
  • Welche Anbieter gibt es auf dem Platz Zürich?
    Lime, Bird und nun «This ist not a scooter». Allerdings musste Lime seine E-Trottis vor kurzem zurück in die Werkstatt schicken, weil es Probleme mit den Bremsen und dadurch vermehrt Unfälle gab. Bird hat seine Trottis eingewintert. Sie kommen im Frühling wieder zum Zug.

Erstellt: 17.01.2019, 15:31 Uhr

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