Euphorischer, als das Amt erlaubt

Fast 18'000 Franken hat jemand für die belanglose Autonummer ZH 44975 geboten. Weil das kurz vor der Street Parade war, tippt das Strassenverkehrsamt auf: nicht ganz bei Trost.

Nicht alles, was hier lagert, ist besonders wertvoll: Nummernschilder beim Zürcher Strassenverkehrsamt.

Nicht alles, was hier lagert, ist besonders wertvoll: Nummernschilder beim Zürcher Strassenverkehrsamt. Bild: Michele Limina/Keystone

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Da hat einer mächtig zugeschlagen. Bei der Auktion der Autonummer ZH 44975 durchs Zürcher Strassenverkehrsamt griff die Person mit Pseudonym «Numberplate» um 4.57 Uhr in der Früh ins Geschehen ein und bot 900 Franken. So weit, so einigermassen normal. Doch dann überbietet er sich selbst und steigert sein Angebot in sieben Minuten und sechs Schritten auf 17'790 Franken. Was völlig unnötig ist, denn er hat keine Konkurrenz.

Das Protokoll des Grauens: «Numberplate» schaukelt sich selbst in schwindelerregende Höhen. Inzwischen ist der Bieter verschwunden. (Quelle: Screenshot Website Strassenverkehrsamt)

Das Auffällige daran: Die seltsame Auktion ereignete sich in der Nacht vor der Street Parade, weshalb die Vermutung nah liegt, dass Alkohol oder Drogen im Spiel waren. Oder war es ein Scherz? Klar ist: Die Aktion hätte den Unbekannten teuer zu stehen kommen können. Denn wer mitbietet, muss im Erfolgsfall auch bezahlen. Doch nach einer Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat das Strassenverkehrsamt reagiert. Gemäss Geschäftsleiter Peter Kyburz ist Herr oder Frau «Numberplate» aus dem Rennen genommen worden – auch um den Auktionsteilnehmer zu schützen.

«Die Eingaben ergeben keinen Sinn und der Betrag ist für eine solche Nummer unrealistisch.»Peter Kyburz, Geschäftsleiter Strassenverkehrsamt

«Die Eingaben ergeben keinen Sinn», erklärt Kyburz. Zudem sei der Betrag unrealistisch für eine vergleichsweise unspektakuläre Nummer. Zum Vergleich: Für die deutlich tiefere und damit begehrtere Nummer ZH 7268 wurden gleichzeitig 6400 Franken geboten.

Auffällige Auktionen nachts und am Wochenende

Einmalig ist eine derart abstruse Aktion nicht, aber selten. An Wochenenden, meist nachts, kämen ab und zu ähnlich auffällige Steigerungen vor. Laut Kyburz kann man die jährliche Zahl der Fälle an einer Hand abzählen.

Und wenn es «Numberplate» doch ernst meinte? Dann kann er sich beim Strassenverkehrsamt melden. Dieses hat versucht, ihn zu kontaktieren – bisher ohne Erfolg. Kurz nachdem «Numberplate» rausgeflogen ist, schaltete sich übrigens «uriburu» in die Auktion ein – mit einem Gebot von 840 Franken.

Preise sind stark gesunken

Schlagzeilen machten die Zürcher Nummernauktionen zuletzt mit der erstmaligen Freigabe von dreistelligen Nummern. So ersteigerte Ende März ein solventer Zahlen-Fan das Schild mit der Nummer ZH 987 für 152'400 Franken.

Seither sind weitere dreistellige ZH-Nummern unter den Hammer gekommen, wobei die Erlöse eingebrochen sind. ZH 908 etwa war für 28'400 Franken zu haben, ZH 747 – eine Nummer für einen Aviatik-Fan – für 36'000 Franken.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.08.2018, 14:35 Uhr

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