Ex-Banker Rudolf Elmer will für Linksaussen in die Politik

Whistleblower Rudolf Elmer, der wegen Bankgeheimnisverletzung angeklagt ist, kandidiert für die Alternative Liste als Kantonsrat.

Kandidiert jetzt für den Kantonsrat: Rudolf Elmer (r.), hier bei seinem Auftritt 2011 mit Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Kandidiert jetzt für den Kantonsrat: Rudolf Elmer (r.), hier bei seinem Auftritt 2011 mit Wikileaks-Gründer Julian Assange. Bild: STF

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Am nächsten Montag steht der ehemalige Manager der Bank Bär, Rudolf Elmer, wegen Verletzung des Bankgeheimnisses und wegen Urkundenfälschung vor dem Zürcher Bezirksgericht. Es ist der zweite Anlauf zu diesem Prozess. Da Whistleblower Elmer im Dezember im Gericht zusammengebrochen ist, mussten die Verhandlungen abgebrochen und neu angesetzt werden.

Nun kandidiert der ehemalige Bank-Bär-Vizedirektor für die Alternative Liste (AL) im Bezirk Bülach für den Kantonsrat. Wie Walter Angst vom AL-Wahlausschuss sagt, ist der Kontakt mit Rudolf Elmer schon seit dem allerersten Prozess gegen Elmer im Jahr 2011 nie abgebrochen. «Wir haben sehr ähnliche Ansichten, was den Schutz von Whistleblowern angeht», sagte Angst. Elmer habe wertvolle Arbeit im Kampf gegen das Bankgeheimnis geleistet.

Chancen beschränkt

Die Chancen, dass Elmer auch gewählt wird, sind allerdings beschränkt. Er kandidiert erst an dritter Stelle der AL-Liste, zudem haben die Alternativen in Bülach noch keinen Kantonsratssitz. Walter Angst rechnet zwar damit, dass die AL ihre Sitzzahl im Kantonsrat von 3 auf 5 ausbauen kann. Aber am grössten seien die Chancen in Zürich und Winterthur. Ganz chancenlos sei Elmer aber nicht, da Bülach ein grosser Wahlkreis sei. Dort ist es für kleine Parteien einfacher, einen Sitz zu holen.

Rudolf Elmer hatte nach seiner Entlassung bei der Bank Bär sensible Daten seines ehemaligen Arbeitgebers veröffentlicht. 2011 ist er unter anderem wegen Bankgeheimnisverletzung zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist zwar nie rechtskräftig geworden. Trotzdem wurde Elmer kurz nach dem Prozess wegen neuer Vorwürfe in Untersuchungshaft genommen. Elmer soll grosse Datenmengen an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet haben. Am nächsten Montag soll der Fall Elmer nun vor Bezirksgericht erneut aufgerollt werden.

Erstellt: 07.01.2015, 13:34 Uhr

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