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Fall Flaach: Heute steht der Vater vor Gericht

Seine Frau hat 2015 in Flaach ihre beiden Kinder getötet. Nun steht der Ehemann wegen gewerbsmässigen Betrugs und anderer Delikte vor Gericht. Eine Chronologie.

Gewerbsmässiger Betrug, Zechprellerei, Urkundenfälschung und andere Delikte: Das Bezirksgericht Weinfelden befasst sich mit einem Fall, bei dem das tragische Leben des Angeklagten auf Schwindel und Illusionen basierte. (Archivbild)
Gewerbsmässiger Betrug, Zechprellerei, Urkundenfälschung und andere Delikte: Das Bezirksgericht Weinfelden befasst sich mit einem Fall, bei dem das tragische Leben des Angeklagten auf Schwindel und Illusionen basierte. (Archivbild)
Keystone
Es geht um den Mann, dessen Frau Anfang 2015 in Flaach ZH ihre beiden Kinder und später im Bezirksgefängnis Zürich sich selbst getötet hat.
Es geht um den Mann, dessen Frau Anfang 2015 in Flaach ZH ihre beiden Kinder und später im Bezirksgefängnis Zürich sich selbst getötet hat.
Sophie Stieger
Vor dem Eintreffen der Polizei verliess die Mutter den Tatort, konnte aber im Zuge der Fahndung kurze Zeit später verhaftet werden. (1. Januar 2015)
Vor dem Eintreffen der Polizei verliess die Mutter den Tatort, konnte aber im Zuge der Fahndung kurze Zeit später verhaftet werden. (1. Januar 2015)
Markus Heinzer, Newspictures
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Heute um 13.30 Uhr steht der Mann vor dem Bezirksgericht Weinfelden TG, dessen Frau Anfang 2015 in Flaach ZH ihre beiden Kinder und später sich selbst getötet hat. Der Mann ist wegen gewerbsmässigen Betrugs, Zechprellerei, Urkundenfälschung und mehrerer anderer Delikte angeklagt. Ihm droht eine mehrjährige Strafe.

Doch es sind weniger die Delikte, die interessieren. Vielmehr wird erwartet, dass der Beschuldigte mit seinen Antworten auf die Fragen der Richter die bisherigen Kenntnisse über die Hintergründe der Tragödie von Flaach um seine Sicht der Dinge ergänzen wird.

1. Januar 2015

Am Abend des Neujahrstags erstickt eine 27-jährige Schweizerin ihr zweijähriges Töchterchen und den fünfjährigen Sohn in der Wohnung in Flaach. Die Frau verletzt sich mit einem Messer anschliessend selber. Sie wird verhaftet und ins Spital gebracht. Grund für die Tötung ist die Platzierung der Kinder in einem Heim durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen aufgrund der «instabilen Familiensituation». An den Festtagen waren die Kinder auf Urlaub bei der Mutter.

5. Januar 2015

Aufgrund heftiger Drohungen steht die Kesb unter Polizeischutz. Der damalige Justizdirektor Martin Graf (Grüne) fordert von der Kesb und dem Bezirksrat Winterthur einen Bericht.

23. Januar 2015

Die Justizdirektion entlastet die Kesb. Die Heimplatzierung der Kinder sei «geboten und korrekt» gewesen. Auch der Entscheid, dass die Kinder für weitere Abklärungen im Heim bleiben, sei «nachvollziehbar und vertretbar».

7. August 2015

Die 27-jährige Mutter stranguliert sich im Untersuchungsgefängnis Zürich.

29. Januar 2016

Nach der internen Untersuchung haben auch externe Fachleute die Rolle der Kesb untersucht. Sie kommen ebenfalls zum Schluss, dass diese nicht schuld am Tod der Kinder sei, orten aber Schwächen in der Kommunikation.

Mai 2016

Gegen den 30-jährigen Vater der getöteten Kinder wird beim Bezirksgericht Weinfelden Anklage erhoben. Ihm werden gewerbsmässiger Betrug, Zechprellerei, Urkundenfälschung und weitere Delikte vorgeworfen. Die Delikte waren der Grund, warum das Ehepaar Anfang November 2014 von der Zürcher Kantonspolizei in Flaach verhaftet und die Kesb eingeschaltet wurde. Die Mutter wurde einige Tage später wieder freigelassen.

13. September 2016

Prozess vor dem Bezirksgericht Weinfelden.

(hoh/sda)

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