Fall Mörgeli: Silvia Steiner darf im Universitätsrat weiter mitreden

Der Zürcher Kantonsrat will die Bildungsdirektorin als vollwertiges Mitglied im Universitätsrat. FDP und Grüne hatten nach dem Fall Mörgeli die Trennung der Aufgaben gefordert.

Darf im Universitätsrat bleiben: Silvia Steiner (CVP), hier bei der Pressekonferenz zum Lehrplan 21.

Darf im Universitätsrat bleiben: Silvia Steiner (CVP), hier bei der Pressekonferenz zum Lehrplan 21. Bild: Walter Bieri/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Zürcher Bildungsdirektorin soll weiterhin Mitglied im Universitätsrat bleiben. Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag eine Einzelinitiative abgelehnt, welche verlangte, dass die Bildungsdirektion nur noch als beratende Stimme in diesem Gremium vertreten sein soll.

Eingereicht wurde der Vorstoss von einem ehemaligen FDP-Kantonsrat als Reaktion auf einen umstrittenen TV-Auftritt der früheren Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP). Sie hatte – noch bevor Entscheide gefallen waren – über eine mögliche Entlassung des SVP-Nationalrats Christoph Mörgeli als Kurator des Medizinhistorischen Museums gesprochen.

Es gehe um verantwortungsvolle Unternehmensführung, sagte Cäcilia Hänni (FDP, Zürich). «Wer in einem Unternehmen aufsichtsrechtliche Aufgaben übernimmt, sollte nicht in dessen obersten Führung sitzen.» Die Interessen des Kantons könnten auch nur mit einer beratenden Stimme genügend vertreten werden, betonte die FDP-Kantonsrätin.

Unterstützung erhielten die Freisinnigen von den Grünen. «Wir wollen eine klare Trennung zwischen Aufsicht und strategischer Führung», sagte Karin Fehr (Uster). Auch im ETH-Rat finde sich kein Bundesrat. Dem Regierungsrat sei offenbar die direkte Einflussnahme wichtiger als verantwortungsvolle Regierungsführung. «Das ist wenig zeitgemäss und ein fragwürdiges Demokratieverständnis.»

Universität «zu grosse Kiste»

FDP und Grüne blieben mit ihren Meinungen aber alleine auf weiter Flur. Der Rat lehnte die Einzelinitiative mit 128 zu 43 Stimmen ab. Sogar die SVP war dagegen. Die Universität sei eine zu grosse Kiste, um keine politische Führung in einer verantwortungsvollen Position zu haben, sagte Rochus Burtscher (Dietikon).

Der SVP ging es bei der Kritik denn auch mehr um die ehemalige Bildungsdirektorin als um die Vertretung des Bildungsdirektion im Universitätsrat. Die Einzelinitiative habe die falschen Schlussfolgerungen gezogen, sagte Burtscher. «Die Bildungsdirektorin gehört in den Unirat, damit wir sie kritisieren können.»

Die Universität habe eine enorme Bedeutung für den Kanton Zürich, waren sich die Gegner der Einzelinitiative einig. Mit einem Staatsbeitrag von 600 Millionen Franken sei eine Mitsprache bei der strategischen Führung unabdingbar, sagte etwa Sylvie Matter (SP, Zürich). Der Kanton müsse seine Verantwortung übernehmen. (lop/sda)

Erstellt: 13.06.2016, 10:47 Uhr

Artikel zum Thema

Kathy Riklin hört im Unirat auf

Die in der Affäre Mörgeli unter Druck geratene Kathy Riklin lässt sich nicht mehr in den Universitätsrat wählen. Grund ist CVP-Kollegin Silvia Steiner als neue Zürcher Bildungsdirektorin. Mehr...

Uni Zürich akzeptiert Urteil im Fall Mörgeli

Die Universität zahlt Ex-SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli definitiv 17 Monatslöhne wegen unrechtmässiger Kündigung. Mehr...

Was der Dekan in Mörgelis Museum fand

Interview Felix Althaus obliegt die Neuorganisation des Medizinhistorischen Instituts und Museums. Er hat unter anderem undichte Gläser mit menschlichen Präparaten entdeckt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Kommentare

Sponsored

Baumkronen und Melkcomputer

Der Bauernalltag ist nicht nur ein Knochenjob, sondern auch eine Wissenschaft. Für eine Städterin gibt es viel zu lernen. (Teil 4/4)

Die Welt in Bildern

Nichts für schwache Arme: Chinesische Arbeiter formen ein Tonfass in einer Porzellanfabrik in Jingdezhen (23. September 2017).
Mehr...