Falsche Polizistin erschleicht sich mehrere Hunderttausend Franken

Im Bezirk Meilen hat eine Unbekannte von einer Seniorin Bargeld und Schmuck ergaunert – und liess sich lange Zeit dafür.

Fiese Masche: Eine Unbekannte gab sich als Polizistin der Kriminalpolizei Zürich aus. Symbolbild: Walter Bieri/Keystone

Fiese Masche: Eine Unbekannte gab sich als Polizistin der Kriminalpolizei Zürich aus. Symbolbild: Walter Bieri/Keystone

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Eine unbekannte Telefonbetrügerin, die sich als Polizistin ausgab, hat am vergangenen Mittwoch eine Seniorin aus dem Bezirk Meilen um Bargeld, Schmuck und weitere Wertgegenstände im Gesamtbetrag von 800'000 Franken betrogen.

Die Betrügerin hatte sich seit dem 10. April 2017 mehrmals täglich mit der 81-jährigen Frau in Verbindung gesetzt, wie die Kantonspolizei in ihrer Mitteilung von heute Mittwoch schreibt.

Sie sprach Hochdeutsch mit süddeutschem Akzent und gab sich als Polizistin der Kriminalpolizei Zürich aus. Zwei Wochen lang führte sie jeden Tag mehrstündige Telefongespräche mit der älteren Frau. Dabei teilte ihr die angebliche Polizistin mit, dass es jemand auf ihr gesamtes Vermögen abgesehen hätte und auch Angestellte der Bank darin verwickelt seien.

Permanente Überwachung vorgegaukelt

Sie machte der Frau glaubhaft, dass ihr Vermögen nicht mehr sicher sei. Zudem wies sie die Frau an, mit niemandem darüber zu sprechen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Sie sagte ihr, zu ihrem Schutz würde sie permanent überwacht.

Sie brachte die Frau dazu, Goldmünzen, Schmuck und Uhren sowie Bargeld bei sich zuhause an einen Unbekannten zu übergeben. Der 81-jährigen Frau wurde versprochen, dass sie die Wertgegenstände nach einigen Tagen zurückerhalten würde.

Nachdem sich die angebliche Polizistin nach der Übergabe noch einmal gemeldet hatte, herrschte Funkstille. Schliesslich realisierte die Dame, dass sie Opfer eines Betruges geworden ist und erstattete Anzeige.

Die Warnung der Kantonspoliezi

Bereits im vergangenen Oktober warnte die Kantonspolizei vor Trickbetrügern, die als falsche Polizisten getarnt seien. Damals waren diverse Meldungen eingegangen, dass vorwiegend ältere Personen von angeblichen Polizisten angerufen worden sind. Es handelte sich dabei um Betrüger, die versuchen an Bargeld zu gelangen.

Das Vorgehen der bislang unbekannten Täter ist immer gleich: Die Anrufer sprechen jeweils Hochdeutsch und geben an, Polizisten zu sein.

Damals gab die Kantonspolizei eine Reihe von Sicherheitstipps:

  • Seien Sie skeptisch, wenn sich eine Hochdeutsch sprechende Person als lokaler Polizist ausgibt.
  • Die Polizei verlangt von Ihnen niemals Geld zur Aufbewahrung oder für Fahndungszwecke.
  • Melden Sie einen verdächtigen Anruf über die Tel.-Nr. 117.
  • Machen Sie einem fremden Anrufer gegenüber keine Angaben über Ihre persönlichen oder finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie unbekannten Personen niemals Bargeld oder Wertsachen.
  • Warnen Sie Bekannte und Verwandte.
  • Melden Sie sich bei der Polizei, wenn Sie bereits Opfer eines Betrugs- oder Betrugsversuchs geworden sind.
(sda)

Erstellt: 03.05.2017, 14:20 Uhr

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