Familie aus Uster unter Todesopfern in Sri Lanka

Ein Ustermer Ehepaar und deren Tochter starben bei den Terroranschlägen in Colombo. Sie bauten in Sri Lanka eine Schule auf.

Für arme Kinder: Die Sawariappa School befindet sich etwas ausserhalb der Stadt Gampola im Aufbau. (Bild: sawariappaschool.ch)

Für arme Kinder: Die Sawariappa School befindet sich etwas ausserhalb der Stadt Gampola im Aufbau. (Bild: sawariappaschool.ch)

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Neun Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu zeitgleich in Kirchen und Hotels in Sri Lanka in die Luft gesprengt. Die Zahl der Toten lag nach Polizeiangaben vom Mittwoch bei 359 – darunter waren laut Aussenministerium 34 Ausländer.

Unter den Todesopfern sind auch zwei Schweizer sowie ein srilankesisches Ehepaar, das in Bern einen Kiosk betrieb. Wie Züriost nun berichtet, ist bei den Anschlägen in Colombo auch eine Familie aus Uster ums Leben gekommen – ob es sich dabei um die beiden vom EDA bestätigten Schweizer handelt, ist jedoch nicht klar.

Beim Frühstück getötet

Die Familie aus Uster befand sich nach Angaben einer holländischen Newsplattform offenbar im Cinnamon Grand Hotel in Colombo, wo sich beim Frühstück ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte.

Der Mann und die Tochter waren erst am Wochenende in Sri Lanka angekommen. Die Mutter war schon einige Zeit im Land, um die Bauarbeiten für eine Schule mitzuverfolgen, welche das Ustermer Ehepaar finanzierte. Diese Sawariappa School in der Stadt Gampola wurde durch Spenden sowie aus Verkäufen des «Sawariappa Social Shopping Shop» des Ehepaars in Uster ermöglicht.

Ehepaar baute Schule auf

Die aus Sri Lanka stammende Frau war 1977 als Siebenjährige von einem holländischen Ehepaar adoptiert worden, das in der Schweiz lebte. Sie wuchs hier auf und machte sich 2011 auf die Suche nach ihren Geschwistern, wie sie letztes Jahr dem «Anzeiger von Uster» berichtete. Sie fand sechs Geschwister, die auf einer Teeplantage arbeiteten und unterstützte diese finanziell. Nach einiger Zeit entschied sie sich mit ihrem Mann zum Aufbau einer Schule in der Stadt, um Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen.

Das Projekt Sawariappa School ist als Internat für vorerst 30 der ärmsten Kinder der Region geplant. Für die Finanzierung von Schul- und Wohngebäuden benötigte das Ehepaar nach Angaben auf ihrer Homepage rund 100'000 Franken, dazu kamen jährliche Kosten von 25'000 Franken. Dank Spenden wurde vor einem Jahr mit einem Startkapital von 10'000 Franken der Grundstein mitten im Urwald gelegt.

Neben dem Schulhaus wird auch ein Wohnhaus für Kinder und Volontäre erstellt. Bild: sawariappaschool.ch

Nun wollte sich die Familie ein Bild über den Bau machen, wurde bei den Anschlägen jedoch aus dem Leben gerissen. Die Frau teilt damit das tragische Schicksal ihrer leiblichen Eltern, die 1972 von Extremisten ermordet wurden.

Ob und wie es nun mit dem Schulprojekt in Sri Lanka weitergeht, ist nach dem Tod der Initiatoren offen, wie Züriost schreibt.

Erstellt: 24.04.2019, 19:49 Uhr

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