Zum Hauptinhalt springen

Feinstaub im HB überschreitet Grenzwerte

Am Zürcher Hauptbahnhof hat es täglich mehr als doppelt so viel Feinstaub, wie in der Stadt erlaubt ist. Die SBB will nichts ändern. Es sei besser als früher.

Bei den unterirdischen Gleisen 41 bis 44 wurden Feinstaubwerte von bis zu 111 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Auch die Geschäfte im Shopville sind betroffen.
Bei den unterirdischen Gleisen 41 bis 44 wurden Feinstaubwerte von bis zu 111 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Auch die Geschäfte im Shopville sind betroffen.
Giorgia Müller

Für Schweizer Städte gelten strenge Regeln, was die Feinstaubbelastung betrifft. So darf die Luft einen Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft nicht übersteigen. Dieser Grenzwert gilt allerdings nur für die Aussenluft und nicht für die Luft, die sich in Bahnhöfen unterirdisch ansammelt.

Wie die Zeitungen von «CH Media» schreiben, hat die SBB nun einzelne Zahlen aus einer firmeninternen Studie veröffentlicht, die zeigen, dass die Werte im Zürcher Hauptbahnhof weit über der vom Bund erlaubten Grenze liegen. So finden sich auf den unterirdischen Gleisen 41 bis 44 Feinstaubwerte von bis zu 111 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Belastung seit 2004 halbiert

Dies ist mehr als doppelt so hoch wie der erlaubte Tagesgrenzwert. Auch der maximale Jahresmittelwert ist beinahe sechsmal so hoch wie erlaubt. Der SBB ist dies seit Jahren bewusst. Gegenüber den Zeitungen der CH Media wird jedoch darauf hingewiesen, dass sich die Luftbelastung im unterirdischen Bahnhof seit 2004 halbiert hat. Grund dafür sind schonendere Bremsen, die bei Zügen eingesetzt werden. Ausserdem gilt seit 2004 ein Rauchverbot.

Die SBB verteidigt die hohen Werte im Bahnhof mit dem Grenzwert für Feinstaubbelastung am Arbeitsplatz. Dieser ist nämlich 300-mal grösser als jener für die Frischluft. Das Problem dabei ist allerdings, dass sich am Zürcher Hauptbahnhof die Arbeitenden mit den Pendlern vermischen. Laut dem Bundesamt für Umwelt sei bei der kurzen Verweildauer der Pendler die Belastung aber nur relativ gering. Zusätzliche Massnahmen seien nicht nötig.

Problem für Asthmatiker

Das bestätigt auch Nino Künzli vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut gegenüber den Zeitungen von CH Media: «Es gibt keine Studien, die langfristige Wirkungen von regelmässigen, sehr kurzen Belastungen mit feinstaubreicher Luft, wie Zugfahrer sie erfahren, untersucht haben.» Nur bei Asthmatikern und empfindlichen Personen könne es zu vorübergehenden Atembeschwerden kommen.

Die Arbeitnehmer am Bahnhof wie beispielsweise das Verkaufspersonal der Geschäfte im Shopville sind der Belastung aber längerfristig ausgesetzt. Das wird allerdings damit gerechtfertigt, dass die alltäglichen Richtwerte relativ streng gesetzt sind, da mit ihnen auch hochsensible Personen geschützt werden müssen.

Eine Änderung wird vonseiten der SBB also nicht angestrebt. Dies, obwohl Projekte im Ausland wie beispielsweise in Stuttgart zeigen, dass das Anbringen eines Filtersystems die Feinstaubbelastung in geschlossenen Räumen bis zu 80 Prozent verbessern kann.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch