Fifa-Museum in Zürich entlässt Mitarbeiter

Die vom Weltfussballverband einberufene Taskforce zieht Konsequenzen aus dem 30-Millionen-Defizit.

Werfen Sie einen Blick ins Fifa-Museum, bevor es dieses nicht mehr gibt: Schüler im Zürcher Fussball-Tempel. (Video: Lea Blum)

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Das Fifa-Museum in Zürich-Enge entlässt «in einem ersten Schritt» 8 von 104 Mitarbeitern. Noch im Januar könnten weitere Kündigungen, auch in der Gastronomie des Museums dazukommen. Dies teilt die Museumsleitung in einem interne Schreiben an Mitarbeiter, Aushilfen und Tour-Guides mit, das dem TA vorliegt. Eine neue strategische Ausrichtung und umfassende Reorganisation seien nötig, um das Museum auf eine nachhaltige finanzielle Basis zu stellen.

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Das Fifa-Museum rechnet im ersten Jahr seines Bestehens mit 30 Millionen Verlust – statt der erwarteten 250'000 Besucher kamen 130'000. Im vergangenen Herbst wechselte deshalb der neue Fifa-Präsident Gianni Infantino den Museumsdirektor aus. Seither suchte eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des früheren Fussballstars Zvonimir Boban nach Wegen, das Museum gewinnbringend zu betreiben. Eine Schliessung, wie sie von Chef Infantino gemäss Insidern ebenfalls in Betracht gezogen wurde, kommt offenbar wegen der auf 30 Jahre abgeschlossenen Mietverträge derzeit nicht infrage.

Erst vor einem Jahr eröffnet

Das Museum des Weltfussballverbands wurde Ende Februar 2016, vor noch nicht einmal einem Jahr, eröffnet. Auf 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt auf drei Stockwerke, sind über tausend Ausstellungsobjekte zu sehen. Zum Museum gehören ein 180-Grad-Kino, eine Fussballbibliothek, eine Bar und ein Restaurant. Rund 30 Millionen Franken hat der Weltfussballverband in sein Prestigeprojekt investiert. Experten bezeichnen den Standort am Bahnhof Enge als nicht optimal.

Es sei aber durchaus normal, dass ein neues Museum sein Konzept nach kurzer Zeit überarbeite, sagt Bernhard Tschofen, der sich an der Universität Zürich mit Museumswissenschaft befasst. Zudem seien 130'000 Eintritte für ein neues Museum im ersten Jahr ein sehr gutes Ergebnis, ein 30-Millionen-Defizit keine Schande. Es liegt damit bei den Besuchern auf Rang 3 der Stadtzürcher Museen. Allerdings mit doppelt so hohem Budget und Personalaufwand wie das bestbesuchte Kunsthaus. Direktor und Mediensprecher Marc Caprez war am Sonntagnachmittag für den TA nicht zu erreichen.

Bildstrecke – das Fifa-Museum in Zürich:

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.01.2017, 21:45 Uhr

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