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Flüchtlingshäuschen statt Kirchenbänke

Bald werden Asylsuchende an einem ungewöhnlichen Ort untergebracht: Dort, wo sich bisher Reformierte in Winterthur versammelten.

Sollte umgenutzt und zur Kulturkirche werden: Die Kirche Rosenberg in Winterthur im November 2015.
Sollte umgenutzt und zur Kulturkirche werden: Die Kirche Rosenberg in Winterthur im November 2015.
Sabina Bobst
Kultur statt Kirchenbänke: Der Vorschlag der Kirchenpflege scheiterte jedoch an der Urne.
Kultur statt Kirchenbänke: Der Vorschlag der Kirchenpflege scheiterte jedoch an der Urne.
Sabina Bobst
Kirche Rosenberg in Winterthur soll umgenutzt werden zur Kulturkirche: Abstimmung am 22.11. über Pilotbetrieb. Winterthur, 10.11.2015
Kirche Rosenberg in Winterthur soll umgenutzt werden zur Kulturkirche: Abstimmung am 22.11. über Pilotbetrieb. Winterthur, 10.11.2015
Sabina Bobst
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Um diesen Raum sind nicht nur die Flüchtlinge froh: Winterthur muss ab Januar 220 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen. Für deren 70 hat sie nun einen Platz. Die Kirchenpflege der reformierten Kirchgemeinde Veltheim hat beschlossen, die Kirche Rosenberg als Zwischennutzung für eine Asylunterkunft zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot nehme man sehr gerne an, schreibt Winterthur in einer Mitteilung.

Die ersten Flüchtlinge würden ab ungefähr Mitte Januar 2016 einziehen. Die zuständige Sozialbehörde erwarte Familien und Einzelpersonen, heisst es weiter. «Viele von ihnen werden voraussichtlich in der Schweiz bleiben können und in Winterthur einen neuen Lebensabschnitt beginnen», teilt Winterthur mit.

Nein zu Kultur

Nach dem Nein der Stimmbevölkerung zur Kulturkirche Rosenberg am 22. November müsse für die reformierte Kirche Rosenberg längerfristig eine neue Lösung gefunden werden. Bis es so weit ist, werden die Kirche und der darunter liegende Saal zu einer Asylunterkunft umfunktioniert.

Dafür werden die Kirchenbänke abmontiert und eingelagert. Die Orgel und die Kanzel werden mit Verschalungen geschützt. Diese Schutzmassnahmen seien mit der Denkmalpflege vereinbart. Damit die Flüchtlinge etwas Privatsphäre haben, werden im Kirchenraum und im darunter liegenden Saal kleine Häuschen von Ikea aufgestellt. Diese Hüttchen kommen auch in Zürich in der Messehalle 9 und andernorts zum Einsatz.

Zusätzliche Container

Duschen, WCs und Kochgelegenheiten haben in den bestehenden Räumen jedoch keinen Platz. Dafür stellt Winterthur Container neben der Kirche auf. Für den Betrieb der Unterkunft und die Betreuung der Asylsuchenden ist die Abteilung Asyl der Stadt Winterthur verantwortlich. Diese betreut die Flüchtlinge rund um die Uhr.

Die reformierte Kirche hat laut Mitteilung die Absicht, sich aktiv und unterstützend für die Integration dieser Menschen zu engagieren. Die Koordination von Anliegen und Angeboten aus dem Quartier wird durch eine Begleitgruppe erfolgen, die von der Quartierentwicklung initiiert wird und in der sich auch Freiwillige aus dem Quartier beteiligen können.

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