Flughafen muss mehr Häuser vor Lärm schützen

1700 zusätzliche Liegenschaften fallen in die überarbeitete Schutzzone. Ihre Bewohner können Motörchen verlangen, die die Fenster vor dem ersten Flieger automatisch schliessen.

Seit 14 Jahren für viele ein Ärgernis: Südanflug auf den Zürcher Flughafen. Bild: Urs Hubacher

Seit 14 Jahren für viele ein Ärgernis: Südanflug auf den Zürcher Flughafen. Bild: Urs Hubacher

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Seit der Zürcher Flughafen 2003 die morgendlichen Südanflüge eingeführt hat, werden dort viele Anwohner um sechs Uhr in der Früh aus dem Schlaf gerissen. Das Bundesgericht verpflichtete deshalb den Flughafen, ein Schutzkonzept auszuarbeiten. Dieses wurde 2013 vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) genehmigt, aber die betroffene Gemeinden waren damit nicht zufrieden. Sie wollten strengere Regeln für den Flughafen.

Ausgelöst dadurch, wies das Bundesverwaltungsgericht den Flughafen an, sein Schutzkonzept zu überarbeiten: Ob jemand betroffen sei oder nicht, lasse sich nicht anhand der geografischen Lage sagen, sondern nur aufgrund des tatsächlichen Lärmniveaus. Das entsprechend überarbeitete Konzept liegt ab dem 29. Januar einen Monat lang öffentlich auf, wie das Bazl heute Dienstag mitteile.

Die neue Grenze: 72 Dezibel

In der ersten Phase hat sich der Flughafen noch am so genannten Dachziegelkorridor orientiert: Die Schutzzone umfasste nur jene Liegenschaften, die überflogen werden. 900 Häuser fielen in diesen Bereich. «In einer zweiten Phase mussten wir nun zusätzlich nach einem Lärmmass suchen, das im betroffenen Gebiet nicht überschritten werden darf», sagt Flughafensprecherin Sonja Zöchling zur Agentur sda.

Man AG orientierte sich dabei an einem wissenschaftlich anerkannten Schutzlevel, das deutsche Flughäfen für ihre Nachtschutzzonen anwenden. Demnach gilt eine Liegenschaft als betroffen, wenn die Beschallung mindestens sechsmal pro Stunde über dem Spitzenpegel von 72 Dezibel liegt. «1700 Liegenschaften zählen so neu zusätzlich zur Schutzzone», sagt Zöchling. Der betroffene Korridor werde durch das neue Lärmmass links und rechts deutlich verbreitert und auch verlängert.

Nur ein Viertel will die Hilfe

Ist das Konzept dereinst abgesegnet, können Hausbesitzer in dieser Gegend ebenfalls Lärmschutzmassnahmen einrichten. Dabei handelt es sich um Motörchen, die offenstehende Fenster noch vor dem ersten Anflug automatisch schliessen. Die Anwohner können wahlweise aber auch Schalldämmlüfter einbauen lassen, welche gleichzeitig den Lärm abhalten. Von den 900 in der ersten Phase betroffenen Hausbesitzern machten etwa ein Viertel davon Gebrauch. (hub/sda)

Erstellt: 23.01.2018, 12:36 Uhr

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