So stark wuchs der Flughafen Zürich in 21 Jahren

Noch nie reisten mehr Passagiere über Kloten als 2016. Unsere Grafiken zeigen, was sich in zwei Jahrzehnten verändert hat.

Hektik am Flughafen Zürich: Passagiere müssen sich im Juli 2016 in Geduld üben.

Hektik am Flughafen Zürich: Passagiere müssen sich im Juli 2016 in Geduld üben. Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone

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Im vergangenen Jahr sind insgesamt 27'666'428 Passagiere via den Flughafen Zürich geflogen – so viele wie noch nie. Dies zeigt der heute veröffentlichte Statistikbericht der Flughafen AG. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von 5,3 Prozent. Es ist die höchste Zunahme seit fünf Jahren und spiegelt die Entwicklung der Gästezahlen seit 2004 wieder, die nur eine Richtung kennt: nach oben.

Den Tiefpunkt punkto Gästezahlen in den letzten 21 Jahren erlebte der Flughafen Zürich 2003, als er nur gut 17 Millionen Passagiere abfertigte. Der Verkehrsrückgang war eine unmittelbare Folge des Groundings der Swissair 2001 und der Verkleinerung der Flotte von Swissair zu Swiss um etwa 30 Prozent. Mit der Etablierung der neuen Schweizer Fluggesellschaft erholte sich aber auch der Flughafen schnell. Abgesehen von einer leichten Abnahme im Jahr 2008 (–0,8 Prozent) stiegen die Gästezahlen seit 2004 kontinuierlich an.

Der Passagierrekord 2016 ist vor allem auf eine starke Zunahme der sogenannten Lokalpassagiere zurückzuführen, die in Zürich ankommen und abfliegen. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 20 Millionen. Bei den Transferpassagieren, die ihre Flugreise zwischen Abgangs- und Endzielflughafen in Kloten unterbrechen, gab es eine kleinere Zunahme um 2,3 Prozent auf 7,6 Millionen.

Erstmals in seiner Geschichte fertigte der Flughafen Zürich über 27 Millionen Passagiere innerhalb eines Jahres ab. Das entspricht fast dreieinhalb Mal der Schweizer Bevölkerung. Die durchschnittliche Anzahl der Gäste pro Flug erhöhte sich von 113,7 auf 117,2. Weil gleichzeitig aber das Sitzangebot von und nach Zürich um 6,6 Prozent anstieg, sank die Auslastung der Flugzeuge im Jahr 2016 um 1,3 Prozent auf 75,8 Prozent.

Entsprechend dem Personenanstieg wurden im vergangenen Jahr 269'160 Flugbewegungen verzeichnet und damit 1,5 Prozent mehr als 2015. Wie der Blick auf die letzten 21 Jahre zeigt, ist die Entwicklung der Anzahl Flüge im Gegensatz zu den Passagierzahlen Schwankungen unterworfen und bleibt seit etwa 2003 auf gleichbleibendem Niveau.

Von 1996 bis 2000 wurden jedes Jahr mehr Flüge von und nach Kloten abgewickelt. Doch 2001, als die Swissair groundete, erfolgte ein Bruch. Danach pendelte sich die Zahl der Flüge zwischen 260’000 und 270’000 ein. Die Grenze von 320’000, beim Erreichen derer das Zürcher Stimmvolk entscheiden würde, ob sich der Kanton beim Bund für eine Beschränkung einsetzen muss, wird in absehbarer Zeit kaum erreicht.

Dass die Zahl der Flugbewegungen trotz immer mehr Passagieren nicht zunimmt, ist wohl auf die stetige Erhöhung des Sitzangebots zurückzuführen. Als Beispiel: Die Swiss ersetzte Anfang vergangenes Jahr den Airbus A340 durch die Boeing 777, die insgesamt 340 Personen Platz bietet, 120 mehr als ihr Vorgänger.

Es ist denn auch erwartungsgemäss die Swiss, die im vergangenen Jahr den grössten Anteil am Verkehrsaufkommen am Flughafen Zürich hatte.

Mehr als die Hälfte aller Maschinen, die in Kloten abhoben oder landeten, gehörten der Swiss. Neben ihr schaffte es mit der Edelweiss Air noch eine weitere Schweizer Fluggesellschaft in die Top 5.

Wie beim Personentransport konnte der Flughafen Zürich 2016 auch im Frachtverkehr eine deutliche Zunahme verbuchen. Insgesamt 433'577 Tonnen Fracht wurden transportiert – so viel wie seit 2001 nicht mehr. Gegenüber 2015 stieg das Volumen um 5,3 Prozent.

Zur Veranschaulichung: Um die Lieferungen von 433'577 Tonnen, die 2016 per Luftpost von und nach Zürich verfrachtet wurden, auf dem Landweg zu transportieren, bräuchte es über 17'000 Lastwagen mit einer Ladekapazität von 25 Tonnen. Pro Tag müssten 47 LKW im Einsatz stehen, um die Fracht innerhalb eines Jahres abfertigen zu können.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.01.2017, 17:28 Uhr

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