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Zahl der Lärmgeplagten erreicht neuen Spitzenwert

Fast 62'000 Menschen rund um den Zürcher Flughafen sind stark vom Lärm gestört. Das sind über 30 Prozent mehr, als es laut Fluglärmindex sein dürften.

Der Flugbetrieb ist etwas leiser geworden, aber die Bevölkerung wächst: Flugzeug der Swiss auf der Piste 16 des Flughafens. Bild: Urs Jaudas
Der Flugbetrieb ist etwas leiser geworden, aber die Bevölkerung wächst: Flugzeug der Swiss auf der Piste 16 des Flughafens. Bild: Urs Jaudas

Noch nie waren so viele Menschen vom Fluglärm geplagt wie 2015. Das zeigt der heute Freitag präsentierte Zürcher Fluglärmindex (ZFI). Demnach leiden 61'916 Personen unter den Emissionen der Flugzeuge. Das sind 535 mehr als noch 2014 - dem bisherigen Rekordjahr.

Zugenommen hat die Anzahl der am Tag stark belästigten Personen und zwar von 36'949 auf 37'726, das entspricht einer Zunahme von 2 Prozent. Die Zahl der im Schlaf gestörten Menschen hat hingegen im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt abgenommen, so waren 24'190 Menschen des Nachts stark vom Fluglärm gestört (Vorjahr 24'432).

30 Prozent über dem Grenzwert

Der aktuelle ZFI überschreitet damit den 2007 verankerten Grenzwert von 47'000 um fast 15'000 Personen. Das Bevölkerungswachstum in der Flughafen Region sowie Veränderungen im Flugbetrieb prägen die Entwicklung des Indexes.

Eine Analyse der eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) zum aktuellen ZFI zeigt, dass die Bevölkerungszunahme allein den Index gegenüber 2014 erhöht hätte. Eine isolierte Betrachtung des Flugbetriebs ergab indessen eine leichte Abnahme – was mit der stärkeren Bündelung der Flugspuren in der Nacht zu tun hat.

Am Flughafen Zürich gilt eine siebenstündige Nachtflugsperre zwischen 23 und 6 Uhr. Zwischen 23 und 23.30 Uhr können jedoch bewilligungsfrei Verspätungen abgebaut werden. 2015 waren dies 2200 Flüge. Hier bestehe «immer noch Verbesserungspotenzial», heisst es im Bericht zum ZFI. Bewilligungen braucht es für die Zeit nach 23.30 Uhr. Die Flughafen Zürich AG hat im vergangenen Jahr 238 solcher Einzelbewilligungen erteilt.

Der ZFI ist das Resultat einer Volksabstimmung von 2007. Damals wurde die Initiative «Für eine realistische Flughafenpolitik» abgelehnt, dafür aber ein Gegenvorschlag des Kantonsrates angenommen. Dessen Kernstück war der ZFI, der die zulässige Zahl jener Menschen festlegen sollte, die vom Fluglärm stark gestörten werden.

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