Zum Hauptinhalt springen

Flugplatz Dübendorf soll Kloten entlasten

Während der Kanton Zürich keine Flieger mehr in Dübendorf will, gibt der Bund eine Studie in Auftrag, die eine militärische und zivile Fliegerei prüft.

Bisher nur wenig für zivile Fliegerei genutzt: Der Flugplatz Dübendorf während dem WEF.
Bisher nur wenig für zivile Fliegerei genutzt: Der Flugplatz Dübendorf während dem WEF.
Keystone

Derzeit ist das Eidgenössische Departement für Verteidigung und Bevölkerungsschutz VBS daran, ein neues Konzept für die Stationierung der Armee auszuarbeiten. In diesem Zusammenhang gab das VBS heute bekannt, zusammen mit dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Uvek eine Studie in Auftrag zu geben, die eine gemischte Nutzung des Flugplatzes in Dübendorf prüfen soll. Die Untersuchung soll demnach zeigen, inwiefern militärische und zivile Fliegerei auf dem Flugfeld möglich ist.

Die Vorstellungen des Kantons Zürich über die Zukunft des Militärflugplatzes Dübendorf könnten davon kaum weiter entfernt liegen: Er hat im Entwurf des Zürcher Richtplans das Gelände nicht mehr als Flugplatz ausgewiesen. Bereits wurden von privater Seite Ideen vorgestellt, auf dem Gebiet einen Innovationspark zu erstellen oder einen See anzulegen.

«Strategisches Interesse»

Nun überlegt sich der Bund aber, den Flugplatz nicht nur für militärische Zwecke wieder zu nutzen. In einer Mitteilung schreibt er: «Diese sich im Eigentum des Bundes befindliche Infrastruktur ist von strategischem Interesse, insbesondere im Blick auf die steigenden Bewegungszahlen der Zivilluftfahrt. Eine massvolle Ausdehnung des zivilen Flugverkehrs in Dübendorf könnte möglicherweise dazu beitragen, den Flughafen Zürich zu entlasten und gleichzeitig auch den Weiterbetrieb des Militärflugplatzes zu sichern.»

Der Kanton Zürich hat eine verstärkte zivile Fliegerei in Dübendorf bereits früher in einer eigenen Studie prüfen lassen. Das Resultat einer Testplanung sprach jedoch klar dagegen, wie der Regierungsrat Mitte 2010 mitteilte. Zum einen, weil ein Business-Flugplatz mindestens 80'000 Starts und Landungen benötige, um rentabel zu sein. Bei mehr als 40'000 Flugbewegungen in Dübendorf müsste aber der Luftraum des Flughafens Zürich und des Flugplatzes Dübendorf neu organisiert werden, weil die Kapazität begrenzt ist.

Zu wenig Entlastung für Kloten

Zum anderen schafft ein Werkflugplatz laut Testplanung maximal 300 Arbeitsplätze, eine andere Nutzung aber bis zu 5000. Auch für den Flughafen Zürich brächte eine Auslagerung der Privatfliegerei nach Dübendorf nur eine kleine Kapazitätssteigerung, so die Studie des Regierungsrates. Die Planung rechnete weiter mit höchstens 15'000 zusätzlichen Starts und Landungen von Linienflügen pro Jahr.

Laut Regierungsrat Markus Kägi verfüge Kloten zudem über Möglichkeiten, die Nachfrage nach Geschäftsflügen auf dem eigenen Areal zu steuern, etwa über Gebühren. Eine Auslagerung der Business-Fliegerei sei nicht die einzige Lösung der Kapazitätsprobleme, so Kägi im Juni letzten Jahres. Heute hat die Rega Helikopter in Dübendorf und die Ju-52 startet und landet für Nostalgieflüge in Kloten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch