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Fremdplatzierungen haben mit der Kesb nicht zugenommen

Die Zahl der angeordneten Massnahmen ist stabil. Die Ablösung der Vormundschaftsbehörden hatte darauf kaum eine Einfluss. Fremdplatzierungen nehmen inzwischen sogar wieder ab.

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden, im Bild die Kesb Bülach-Süd in Opfikon, haben etwa gleich viele Massnahmen angeordnet wie die Vormundschaftsbehörden, die sie 2013 abgelöst haben.
Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden, im Bild die Kesb Bülach-Süd in Opfikon, haben etwa gleich viele Massnahmen angeordnet wie die Vormundschaftsbehörden, die sie 2013 abgelöst haben.
Sibylle Meier

Im Kanton Zürich sind nicht mehr Kinder fremdplatziert worden, seit die Vormundschaftsbehörden 2013 von den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) abgelöst wurden. Die Zahl der angeordneten Massnahmen ist stabil geblieben. Knapp zwei Drittel der Massnahmen betreffen Erwachsene, ein Drittel Kinder.

Im Jahr 2015 ordnete die Kesb im Kanton Zürich insgesamt 21'352 Massnahmen an, hauptsächlich Beistandschaften, wie die Verantwortlichen am Donnerstag vor den Medien in Zürich bekannt gaben. Das entspricht 14,6 Massnahmen pro 1000 Einwohner.

Seit dem Systemwechsel von den Vormundschaftsbehörden zu den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) vor drei Jahren sei die Zahl der angeordneten Massnahmen stabil geblieben. Seit Ende 2013 gingen sie gar um rund ein halbes Prozent zurück. Auch der Bestand an nicht einvernehmlichen Platzierungen Minderjähriger sei nach einem zwischenzeitlichen Anstieg wieder zurückgegangen.

Begleitung für Kinder

«Die Zürcher Kesb blicken auf ein herausforderndes Jahr zurück», sagte Ruedi Winet, Präsident der Kesb-Präsidien-Vereinigung (KPV). Man habe aus den Schwierigkeiten der Vergangenheit gelernt und arbeite ständig an Verbesserungen.

So erarbeitet gegenwärtig etwa eine Arbeitsgruppe Kriterien dafür, wann ein Kind eine Begleitung benötigt, die seine Interessen vertritt. Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Falls Flaach hatten die unabhängigen Gutachter den Kesb empfohlen, diese Kindesvertretung bei Fremdplatzierungen in jedem Fall zu prüfen.

In die Kritik geraten waren die Kesb vor allem nach dem Familiendrama in Flaach. Am Neujahrstag 2015 tötete eine 27-Jährige ihre beiden Kinder im Alter von 2 und 5 Jahren. Die zuständige Kesb hatte die vorübergehende Unterbringung der Kinder in einem Heim angeordnet.

SDA/lop

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