Zum Hauptinhalt springen

«Früher hat man ein Kind wohl rascher fremdplatziert»

Ab dem 1. Januar 2013 wird das Vormundschaftswesen neu geregelt. Wann ein Kind künftig fremdplatziert werden muss und warum Zürich bei der Professionalisierung der Behörden anderen Kantonen voraus ist.

Herr Woodtli, im Kanton Zürich werden ab 2013 die Vormundschaftsbehörden durch Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden – kurz Kesb – ersetzt. In welchen Fällen werden sie künftig aktiv? Es muss eine Gefährdungsmeldung vorliegen. Die Kesb beurteilen die Situation und erteilen der Kinder- und Jugendhilfestelle einen entsprechenden Abklärungsauftrag oder setzen je nachdem einen Beistand ein.

Und unter welchen Umständen wird den Eltern die elterliche Sorge für ihr Kind entzogen? Wenn das Kindeswohl durch die Eltern oder die familiäre Situation entschieden gefährdet ist und die Unterstützungsmöglichkeiten zugunsten der Familie ausgeschöpft sind. Diese sozialpädagogischen Unterstützungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Früher hat man ein Kind wohl rascher fremdplatziert. Heute werden die Familien in Krisensituationen von Fachleuten unterstützt und begleitet, damit das Kind möglichst bei den Eltern bleiben kann. Und kommt es zu einer Fremdplatzierung, ist diese Massnahme in den seltensten Fällen definitiv. Meist sucht man nach Perspektiven, damit ein Kind später wieder in die Familie zurückkehren kann.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.