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«Früher hat niemand nach dem Wohl des Kindes gefragt»

Dass Grosseltern die Obhut über Kinder übernehmen, war früher normal. Heute seien die Verhältnisse ganz anders, sagt Historikerin Heidi Witzig.

Heidi Witzig ist Historikerin. Sie ist Mitglied im Matronat der Grossmütterrevolution, einem Thinktank für Grosseltern.
Heidi Witzig ist Historikerin. Sie ist Mitglied im Matronat der Grossmütterrevolution, einem Thinktank für Grosseltern.

Im Zusammenhang mit dem Fall Flaach taucht immer wieder die selbstverständliche Forderung auf, Kinder müssten bei den Grosseltern in Obhut gegeben werden, wenn die Eltern nicht für sie sorgen könnten. Haben Sie dafür Verständnis?

Ich muss etwas ausholen: Als Historikerin habe ich mich sehr mit Familienbildern und vor allem der Rolle der Frau befasst. Es war sicher 200 Jahre lang Tradition, dass die Kinder zu Grosseltern oder auch anderen Verwandten kamen, wenn die Eltern ausfielen. Auf keinen Fall sollten sie «uf d Gmeind» kommen, denn das galt als Schande. Dass Kinder bei Grosseltern aufwuchsen, gab es immer wieder. Und das hat sich in unser Gedächtnis eingegraben – auch wenn die meisten von uns wohl nicht mehr wissen, woher das kommt.

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