Frühmorgendliche Ausschaffung scheiterte

Zuerst wurden sie abgeführt, dann setzten sich die Mutter und zwei Kinder heftig zur Wehr. Schliesslich wurde die Familie vom Flughafen wieder nach Kilchberg gebracht.

Wer kommt von weit her, wer ist von hier? Die tschetschenischen Mädchen Linda (links) und Markha (Mitte) – und ihre Kilchberger Freundin Melanie (rechts).

Wer kommt von weit her, wer ist von hier? Die tschetschenischen Mädchen Linda (links) und Markha (Mitte) – und ihre Kilchberger Freundin Melanie (rechts). Bild: Sabina Bobst

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Die Kantonspolizei hat am frühen Donnerstagmorgen versucht, eine tschetschenische Flüchtlingsfamilie in ihr Heimatland auszuschaffen. Die Mutter und die Kinder wurden zum Flughafen gefahren. Der Vater wurde vorher aus einer psychiatrischen Klinik geholt und ebenfalls zum Flughafen geführt. Die Mutter und zwei der Kinder weigerten sich aber, in die bereitstehende Chartermaschine zu steigen.

Laut «20 Minuten» legten sie sich auf den Boden und setzten sich heftig zur Wehr, bis die Polizisten aufgaben und die Familie wieder zurück in ihre Wohnung nach Kilchberg brachten.

Die Familie wohnt seit beinahe vier Jahren in Kilchberg und ist gut integriert. Ihr Asylgesuch ist zweimal abgelehnt worden. Die Beweggründe der Familie seien nicht gravierend genug, um den Aufenthalt in der Schweiz zu genehmigen, teilte das Staatssekretariat für Migration nach zwei Jahren mit. Seither kämpft die Familie um das Bleiberecht. Sie wird von einer Gruppe von Kilchbergern unterstützt.

Familie bei Freunden untergebracht

Wie ein Sprecher der Gruppe sagt, ist die Familie vorübergehend bei Freunden untergebracht worden. Der Anwalt der Familie hat gegen den negativen Asylentscheid ein Wiedererwägungsgesuch (Kindeswohl, psychische Krankheit des Vaters) gestellt, worauf das Staatssekretariat für Migration aber nicht einging. Darum hat der Anwalt einen Rekurs beim Bundesverwaltungsgericht gestellt, der noch hängig ist. Man hoffe, dass die Familie nicht ausgeschafft werde, solange das Gericht noch nicht entschieden habe, sagt der Sprecher.

Sowohl beim kantonalen Migrationsamt als auch beim Staatssekretariat für Migration macht man zu Einzelfällen aus persönlichkeitsrechtlichen und Datenschutzgründen keine Angaben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.09.2015, 14:07 Uhr

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