Fry lässt Jesus-Statue auf den Uetliberg stellen

Auf Zürichs Hausberg steht eine zehn Meter hohe Kopie des Wahrzeichens von Rio de Janeiro. Die Gemeinde Stallikon wusste nichts davon. Für den Hotelier ist es ein Geschäft.

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Gestern fuhr ein grosser Pneukran auf den Uetliberg und stellte eine Jesus-Statue neben dem Hotel auf. Es handelt sich um die Nachbildung von Cristo Redentor, dem 30 Meter hohen Wahrzeichen von Rio de Janeiro. Die Zürcher Version schaut vom Uto Kulm auf Zürich. Entgegen dem Original wurde sie nicht von einem brasilianischen Ingenieur entworfen, sondern von einem litauischen Künstler.

Wie lange die für Zürcher Verhältnisse beinahe monumentale Statue hoch über dem Zürichsee steht, ist unklar. Eine Erlaubnis für die Aktion hat Grundeigentümer und Hotelier Giusep Fry keine eingeholt. Der Zehn-Meter-Jesus steht auf Stalliker Boden. «Vorgängig sind wir nicht informiert worden», sagt Roberto Brunelli, Gemeindeschreiber von Stallikon auf Anfrage. Es handle sich um einen ausserordentlichen Fall. «Wir klären nun ab, ob aus baurechtlicher Sicht etwas unternommen werden muss», sagt Brunelli.

«Kein Bau, sondern ein Kunstwerk»

Hinter der Aktion stehe eine Fluggesellschaft, die damit Werbung für Flüge an die Olympischen Spiele im Sommer macht. Sicherheitsbedenken oder rechtliche Probleme erwarte man keine, sagt deren Sprecher auf Anfrage. «Die Statue ist kein Bau, sondern ein Kunstwerk. Und gut gesichert.» Demnach soll sie auch starken Stürmen standhalten.

Wie lange die Statue auf Zürich blicken wird, ist offen. Angelegt ist die Werbeaktion für mehrere Wochen. Deklariert wird sie als Pop-Up-Installation. Wieviel Fry für die Miete seines Grund und Bodens erhält ist nicht bekannt. Er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erstellt: 17.03.2016, 11:16 Uhr

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