Fünf Stutz für die Tonne

Warum es richtig ist, dass nun die Bevölkerung über den Schiffsfünfliber abstimmen soll.

Ein Kursschiff legt vom Bürkliplatz ab, während ein Limmatschiff anlegt. Bild: Urs Jaudas

Ein Kursschiff legt vom Bürkliplatz ab, während ein Limmatschiff anlegt. Bild: Urs Jaudas

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Schiffsfünfliber klingt zunächst herzig und harmlos. Für die Schifffahrt entpuppte er sich jedoch als kommunika­tiver Super-GAU. Kaum ein Thema wurde letztes Jahr so emotional behandelt wie der Zuschlag auf den Limmat- und Züriseeschiffen. Typisches «First-World-Problem», sagten die einen, andere sahen darin den Ausdruck einer verfehlten bürgerlichen Spar­politik. Es trifft beides zu.

Zehn entlassene Schiffsrestaurant-Mitarbeiter. Sie zahlen den Preis für die bisherigen Sanierungsmassnahmen. Aus rein rechnerischer Perspektive erscheint das verkraftbar. Schliesslich geht es darum, ein gröberes strukturelles Defizit zu beheben: 12 Millionen Franken betrug der jährliche Verlust vor Einführung des Schiffsfünflibers. Dazu kam ein tiefer Kostendeckungsgrad von 40 Prozent.

Schifffahrt weiter defizitär

Und nun? Der Deckungsgrad konnte mit dem Zuschlag auf knapp 50 Prozent gesteigert werden. Das ist so gut wie nichts. Die Schifffahrt ist weiter defizitär und wird es wohl immer bleiben. Es gibt andere Angebote im ZVV-Netz, die nicht selbsttragend sind, und dennoch müssen sie aufrechterhalten werden. Das gehört zum Wesen des Verkehrsverbunds: Die starken Linien subventionieren die schwachen Linien.

Stattdessen wird das gastronomische Angebot gestrafft: Selbstbedienung, eine reduzierte Speisekarte. Der Kunde fragt sich: Weshalb bezahle ich diesen Föifliber genau? Der Zeitpunkt für eine Volksbefragung ist gekommen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.02.2018, 23:51 Uhr

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