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«Geboren in der Blutmondnacht 2018 …»

Blutmond, das klingt nach Grusel, nicht nach Glückstag. Wie wirken sich belastete Daten an Geburtskliniken aus? Wir haben nachgefragt.

Roter Mond über Zürich: So präsentierte sich die Mondfinsternis im März 2007.
Roter Mond über Zürich: So präsentierte sich die Mondfinsternis im März 2007.
Steffen Schmidt, Keystone

Blutmondnacht, Freitag, der 13. oder 9/11: Das sind nicht unbedingt Daten, die man mit Glück, Hoffnung und Zuversicht in Verbindung bringt. Es sind Daten mit Grusel- oder Unglücksimage – und zu solchen hält man lieber Distanz. Man darf folglich davon ausgehen, dass sich werdende Eltern für ihr Kind ein Geburtsdatum wünschen, das keinen zweifelhaften Ruf besitzt. Wer möchte schon in die Geburtsanzeige schreiben: «Geboren in der Blutmondnacht 2018»?

Wie oft kommt es vor, dass Kliniken ganz direkt und konkret mit Geburtsterminwünschen konfrontiert sind? Und wie reagieren diese darauf?

Dominique Krebs, Stationsleiterin der Triemli-Gebärabteilung, sagt: Es komme tatsächlich vor, dass Gebärende punkto Geburtstermin Wünsche äussern würden – für den morgigen Blutmondtag sei ihr allerdings kein solcher Fall bekannt. Hingegen gebe es Frauen, die nicht an einem Freitag, dem 13., gebären möchten. «Nach Möglichkeit», so Krebs, würden solche Wünsche berücksichtigt – selbstredend könne man dies aber nur bei einem geplanten Kaiserschnitt und allenfalls beim Zeitpunkt, wo eine Geburt eingeleitet wird.

Öfter ist der umgekehrte Fall

Auch Chefarzt Eduard Vlajkovic, Leiter der Frauenklinik des Spitals Zollikerberg, spricht von «vereinzelten» Anfragen zu belasteten Daten. Öfter komme es allerdings vor, dass Gebärende darum bitten würden, bei der Fixierung des Geburtstermins auf «harmlosere» Dinge Rücksicht zu nehmen – zum Beispiel, dass dieser nicht auf den Geburtstag der Mutter, des Vaters, eines Geschwisters oder auf Weihnachten falle. «Solchen Wünschen tragen wir, wenn medizinisch vertretbar, gerne Rechnung.»

Viel häufiger ist laut Vlajkovic bei geplanten Kaiserschnitt-Geburten indes der umgekehrte Fall: Dass werdende Eltern nicht ein bestimmtes Datum vermeiden wollen, sondern sich einen bestimmten Geburtstermin wünschen würden, manchmal, weil ihnen ein Datum besonders gut gefällt, öfter, weil sie Terminkollisionen, etwa mit der Geschäftsreise des Partners, vermeiden wollen. «Solche Wünsche können unsere Disposition und das geburtshilfliche Team ganz schön ins Schwitzen bringen», so Klinikleiter Vlajkovic, «denn neben den zirka 500 planbaren Kaiserschnitten pro Jahr läuft parallel die ‹unplanbare› Geburtshilfe von zusätzlichen 1600 Geburten». Generell gelte, dass man individuelle Wünsche zu erfüllen versuche, «Sicherheit und medizinische Notwendigkeit gehen aber vor».

Wenig Spielraum

Ähnlich argumentiert der Sprecher der Privatklinik Bethanien am Zürichberg: «Wir berücksichtigen die Wünsche der Gebärenden so weit wie möglich, wir würden aber nie, ob wegen eines Datums oder eines Blutmonds, eine Wehenhemmung durchführen oder eine Geburt beschleunigen.»

Niklaus Lang, Belegarzt an der Klinik Hirslanden in Zürich, ergänzt: Geplante Kaiserschnitte würden eine bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt. «In diesem Rahmen kann auf Wünsche der Eltern eingegangen werden. Bei Einleitungen ist der Spielraum meist geringer, je nach Indikation sind es ein bis drei Tage.» Auch Lang betont: «Grundsätzlich gilt, dass wir keine Kompromisse bezüglich Datum eingehen, wenn sich daraus Risiken für die Mutter oder das Kind ergeben könnten.»

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