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Gefängnis-Imam wurde Opfer seines Mitleids

Ein muslimischer Gefangenen-Seelsorger steht vor Gericht, weil er zwei Briefe eines Häftlings aus dem Gefängnis schmuggelte.

Auch in diesem Gefängnis arbeitete der Seelsorger: Justizvollzugsanstalt Pöschwies. Die zwei Briefe schmuggelte er aber aus dem Unterschuchungsgefängnis Zürich. Foto: David Baer
Auch in diesem Gefängnis arbeitete der Seelsorger: Justizvollzugsanstalt Pöschwies. Die zwei Briefe schmuggelte er aber aus dem Unterschuchungsgefängnis Zürich. Foto: David Baer

Für die drei Gefängnis-Imame würde er die Hand ins Feuer legen: Das sagte der damalige Direktor der Straf­anstalt Pöschwies dem «Tages-Anzeiger» im Jahr 2005. Der TA stellte im Artikel einen der Imame vor.

Ausgerechnet dieser Imam, ein Schweizer türkischer Herkunft, stand gestern vor den Schranken des Bezirksgerichts, angeklagt des Amtsmissbrauchs und der Begünstigung. Eine Strafe von 15 Monaten verlangte der Staatsanwalt für den 64-Jährigen. Sein Vergehen? Er hatte im November 2012 von einem Untersuchungshäftling im Bezirksgefängnis zwei Briefe entgegengenommen und diese ausserhalb der Gefängnis­mauern aufgegeben. Anders als normale Besucher wurde er beim Verlassen der Strafanstalten nicht durchsucht. Indem er die Briefe mitnahm, verstiess er klar gegen die Regeln: Briefe von Gefan­genen müssen durch die Zensur.

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