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Zürcher Genossenschaft bootet Privatinvestoren aus

Bewohner der Häuser der Konsi-Förderstiftung im Kreis 4 in Zürich fürchteten, ihre Wohnungen zu verlieren. Doch die Hauseigentümerin hat sie überrascht.

«Ideale Ergänzung im gleichen Kreis»: Die Genossenschaft Dreieck bietet für die Häuser der Förderstiftung MKZ an der Dienerstrasse/Nietengasse 17,5 Millionen Franken.
«Ideale Ergänzung im gleichen Kreis»: Die Genossenschaft Dreieck bietet für die Häuser der Förderstiftung MKZ an der Dienerstrasse/Nietengasse 17,5 Millionen Franken.
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Sie sahen ihre Wohnhäuser auf dem Immobilienportal Homegate zum Verkauf an den Meistbietenden ausgeschrieben und fürchteten das Schlimmste: Dass dieser «Meistbietende» für eine dem Kaufpreis angemessene Rendite die Häuser luxussaniert und ihnen, den langjährigen Bewohnerinnen und Bewohnern, kündigt. Ihre Angst war so gross, dass sie politischen Druck aufsetzten.

Doch das Schreckensszenario wird nicht eintreten: Die Förderstiftung Musikschule Konservatorium Zürich verkauft die Häuser an der Dienerstrasse im Kreis 4 wohl an die Genossenschaft Dreieck. Die Genossenschafter haben dem Kaufangebot für 17,5 Millionen Franken am Montagabend zugestimmt. Heute Mittwochabend entscheidet die Förderstiftung, ob sie das Angebot annimmt. Laut gut unterrichteter Quelle habe es auch private Interessenten gegeben, trotzdem sei der Verkauf an die Genossenschaft praktisch beschlossen. Vor der entscheidenden Sitzung möchte sich Stiftungspräsident Andrea Raschèr nicht zum Geschäft äussern.

Druck auf Vertreter der Stadt gemacht

«Sehr erfreulich» findet die Neuigkeit Hannes Lindenmeyer. Die private Förderstiftung der städtischen Musikschule habe erkannt, dass sie beim Verkauf ihrer Liegenschaften in einem «sensiblen Bereich agiere». Der Autor und Präsident der Offenen Citykirche wohnt im Quartier, an der nahen Hellmutstrasse. Zusammen mit Quartierbewohnern hatte er sich, aufgeschreckt durch die Verkaufsabsicht der Stiftung, für eine bessere Lösung eingesetzt: Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen. Er hat mit Stadträten und dem Verband für Mieterinnen und Mieter gesprochen.

Sowohl die AL als auch die SP reagierten mit Vorstössen im Gemeinderat. Diese machten unter anderem Druck auf die beiden städtischen Vertreter im fünfköpfigen Stiftungsrat der Förderstiftung MKZ. Sie fragten, ob sich diese für ein Vorkaufsrecht der Stadt Zürich oder der städtischen Wohnbaustiftungen eingesetzt hatten oder ein solches Angebot vorliege. Beide Vorstösse wurden als dringlich überwiesen, aber noch nicht behandelt.

«Wollen die Nachbarschaft erhalten»

Alexandra Wymann, Geschäftsführerin der Genossenschaft Dreieck, freut sich sehr über den deutlichen Entscheid ihrer Genossenschafter und Genossenschafterinnen. Sie haben an der ausserordentlichen Generalversammlung vom Montagabend mit 116 zu 0 Stimmen unmissverständlich Ja gesagt. Die Häuser seien in ganz gutem Zustand, sagt die Genossenschaftschefin, und die Bewohner müssten keine Kündigungen fürchten: «Im Gegenteil, der Genossenschaft liegt viel daran, die Nachbarschaft zu erhalten.» Die MKZ-Liegenschaften seien den Häusern ihrer kleinen Genossenschaft Dreieck sehr ähnlich und deshalb die ideal Erweiterung im gleichen Quartier.

Es ist dies der erste Kauf seit der letzten und einzigen Erweiterung der Genossenschaft im Jahr 2002. Damals konnte die 1996 gegründete Genossenschaft im Dreieck Anker-, Gartenhof- und Zweierstrasse eine Liegenschaft gegenüber an der Ankerstrasse erwerben. Eine durchschnittliche 4-Zimmer-Wohnung mit 90 Quadratmetern in den bisherigen Liegenschaften kostet rund 1400 Franken ohne Nebenkosten.

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