Geschlossene Türe in Zürich, Passagiere müssen draussen warten

Chaos in der Luft, Probleme am Boden: 150 Passagiere mussten freitagnachts am Flughafen Zürich-Kloten in einer Eingangsschleuse warten.

Pech für die Passagiere eines Easy-Jets aus Berlin: Sie konnten nicht in den Flughafen Zürich.

Pech für die Passagiere eines Easy-Jets aus Berlin: Sie konnten nicht in den Flughafen Zürich. Bild: Anton J. Geisser

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Verspätete Flüge, fluchende Piloten, steigende Passagierzahlen. Zu den Schlagzeilen der letzten Tage über die Luftfahrt kommt eine weitere dazu: schimpfende Passagiere.

Ein fast vollbesetzter Easyjet-Airbus startete am Freitagabend um 21.20 Uhr in Berlin Tegel und landete pünktlich um 22.50 Uhr in Zürich-Kloten. Zwei Busse brachten die Passagiere vom Aussenstandplatz zum Eingang «Grüezi Z» bei der Zollhalle 2. Die erste Glastüre der Schleuse öffnete sich um 23.05 Uhr, die Busse fuhren weg.

Doch die zweite Türe blieb verschlossen.

Kein Mensch weit und breit

Die müden Passagiere drängelten, fragten, schimpften. Kein Mensch weit und breit. Man drückte alle möglichen Schalter und Knöpfe, es blinkte rot und grün, der Eingang zur Gepäckausgabe blieb verschlossen. «Ein Deutscher machte sich über Schweizer Präzision lustig», erzählt eine betroffene Passagierin. «Die Leute wollten bloss nach Hause und nicht halb auf dem Rollfeld übernachten.»

Nach einer Weile entdeckten drei Flughafenmitarbeiter auf dem Heimweg, vielleicht vom Dutyfree, die wartenden Passagiere. Sie verständigten die Betriebsleitzentrale. Um 23.18 kamen zwei Busse und holten die Passagiere ab. Auf Frage von Passagieren verdrehte ein Busfahrer die Augen. «Schon wieder!». Bereits zwei Wochen zuvor habe der Sicherheitsdienst die Eingangsschleuse zu früh geschlossen.

Passagiere verpassten Züge

Die Odyssee von Berlin nach Zürich war aber noch nicht zu Ende. Die Busse luden die Passagiere beim Terminal A ab, der noch offen war. Doch das Gepäck war in der anderen Zollhalle. «Kein Mensch hat uns bei der Gepäcksuche geholfen», erzählt eine Passagierin. Die Einheimischen lotsten schliesslich die deutschen Passagiere in die Zollhalle 2, wo das Gepäck schon lange auf dem Rollband drehte. Mit halbstündiger Verspätung und verpassten Zügen verliessen die Passagiere schliesslich den Flughafen.

Ähnliche Panne vor zwei Wochen

«Die Türe hatte einen technischen Defekt», begründete ein Mitarbeiter der Flughafen-Betriebsleitzentrale am Sonntag die Panne. Vor zwei Wochen habe tatsächlich der Sicherheitsdienst die Türe zu früh geschlossen. Das seien die einzigen bekannten Probleme mit dieser Schleuse. Deshalb gebe es auch keine Gegensprechanlagen oder Alarmknöpfe. Die Chance, dass Passagiere in einer Schleuse oder gar auf dem Rollfeld übernachten müssten, «ist gleich null», sagt der Mitarbeiter.

Die Infrastruktur des Flughafens bleibe bis zur Schliessung am Laufen. Man hätte als erstes das nicht abgeholte Gepäck entdeckt. Terminal-Manager und die Angestellten bei «Lost and Found» für verlorenes Gepäck würden erst nach Betriebsschluss heimgehen. «Zudem haben wir Polizei, Grenzkontrolle und Nachtportiers im Einsatz», hiess es bei der Betriebsleitzentrale.

Erstellt: 14.10.2018, 19:40 Uhr

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