Gewerkschaft ruft Lehrerinnen zum Streiken auf

Lehrer und Schülerinnen sollen am 14. Juni auf die Strasse, statt in die Schule gehen, fordert der VPOD. Auch wenn das rechtliche Konsequenzen hat.

Lehrerinnen und Schülerinnen sind gemäss VPOD aufgerufen, sich wie am originalen Frauenstreik 1991 für Lohngleichstellung einzusetzen.

Lehrerinnen und Schülerinnen sind gemäss VPOD aufgerufen, sich wie am originalen Frauenstreik 1991 für Lohngleichstellung einzusetzen. Bild: Walter Bieri/Keystone

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In einem Monat findet der landesweite Frauenstreik statt – und geht es nach der Gewerkschaft VPOD, sollen auch Lehrpersonen, Studierende, Schülerinnen und Schüler mitstreiken. Das schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung. Sie hat dafür das Streikkollektiv Bildung initiiert, in dem sich Studierende und Angestellte aller Bildungsstufen regelmässig treffen.

In Bezug auf Chancengleichheit und Gleichstellung komme dem Bildungsbereich eine «besondere Verantwortung» zu, schreibt der VPOD in der Mitteilung. Zwar seien 78 Prozent der Lehrpersonen an den Volksschulen, Berufsschulen und Gymnasien Frauen. Allerdings: Je höher die Schulstufe und damit verbunden der Lohn, desto geringer ist der Frauenanteil.

Streiken während der Arbeitszeit

Gleichstellungsanliegen würden in der Bildung aber nur träge oder gar nicht umgesetzt, heisst es in der Mitteilung weiter. Ausserdem gelte es, solidarisch zu sein mit Frauen im In- und Ausland. Für den VPOD ist klar, dass der Streik während der Arbeitszeit stattfindet.

In einem heute veröffentlichten Brief an die Bildungsdirektion fordert das Streikkollektiv zahlreiche Veränderungen – unter anderem gleichen Lohn für Lehrpersonen im Kindergarten und in der Primarstufe, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine «geschlechtergerechte Vermittlung von Bildungsinhalten».

Lehrerverband rät ab

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) teilt die Ansicht des VPOD nicht, wie Präsident Christian Hugi sagt: «Als Verband sehen wir für unseren Beruf keinen Bedarf zum Streiken. Der Kanton ist ein vorbildlicher Arbeitgeber, Frauen verdienen auf derselben Schulstufe gleich viel wie Männer.» Von Diskriminierung könne keine Rede sein. Zwar seien Kindergarten-Lehrpersonen tatsächlich finanziell schlechtergestellt als solche an der Primarschule: «Aber das Bundesgericht sieht hier keine Geschlechterdiskriminierung, und dieser Entscheid gilt.» Dagegen müsse der ZLV mit anderen Argumenten kämpfen.

Hugi fürchtet rechtliche Konsequenzen für streikende Lehrpersonen: «Wir schätzen die Chancen, dass Streikende mit negativen Auswirkungen rechnen müssen, als relativ gross ein.»

Erstellt: 15.05.2019, 12:26 Uhr

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