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Gratisbad im Holzzuber neben Mario Bottas teurem Thermalbad

Parallel zum neuen Thermalbad in Baden sollen auch «Heisse Brunnen» gebaut werden.

Provisorium seit Dezember 2017: Das temporäre, aus Holz gezimmerte Gratis-Badebecken auf dem Kurplatz in Baden.
Provisorium seit Dezember 2017: Das temporäre, aus Holz gezimmerte Gratis-Badebecken auf dem Kurplatz in Baden.
Christoph Lüber
Beliebt und der Plausch bei der Bevölkerung: Das Bad des Vereins «Bagni Popolari Baden».
Beliebt und der Plausch bei der Bevölkerung: Das Bad des Vereins «Bagni Popolari Baden».
Nicolas Petit
Darf nicht fehlen: Grosszügige Liegeflächen im Textil- und textilfreien Bereich. (Visualisierung: PD)
Darf nicht fehlen: Grosszügige Liegeflächen im Textil- und textilfreien Bereich. (Visualisierung: PD)
PD
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Es ist schon bitter: Ausgerechnet Baden, einer der ältesten Thermalkurorte der Schweiz, liegt fast ganz auf dem Trockenen. Da das alte Thermalbad 2012 geschlossen wurde und der von Stararchitekt Mario Botta entworfene Neubau (allein das Bad kostet 50 Millionen Franken) erst 2020 eröfffnet wird, gibt es kein öffentliches Baden mehr für die Bevölkerung.

Dieses Vakuum hat sich die Gruppierung «Bagni Popolari Baden» kreativ zu Nutze gemacht. Seit vergangenem Dezember betreiben die Initianten auf dem Kurplatz ein temporäreres, aus Holz gezimmertes Gratis-Badebecken. Dieses wird rege benutzt und passt bestens zur Stadt. In Baden fliessen aus 18 Quellen täglich rund eine Million Liter 47 Grad warmes Thermalwasser.

«Die Bewilligung für unser temporäres Bad läuft bis im Sommer», sagt Andriu Deflorin, einer der Initianten von Bagni Populari. Die Reaktionen seien bis jetzt äusserst positiv. Es reisen Badegäste aus der ganzen Schweiz an, sogar aus dem Ausland. Nun nimmt der Verein ein weiteres Ziel ins Visier. Auf die Eröffnung des Botta-Bades hin soll das Projekt eines öffentlichen Beckens einen definitiven Standort erhalten. «Wir planen einen ‹Heissen Brunnen› in der Nähe der heutigen Limmatquelle», sagt Deflorin. «Unser Traum ist ein kostenlos zugänglicher Thermalwasserbrunnen unter freiem Himmel, der ohne Technik auskommt, damit ein Badeerlebnis wie vor 2000 Jahren möglich ist.»

Finanzierung noch ungeklärt

Um einen grösseren Kreis für die Idee anzusprechen, macht die Gruppe an einem Ideenwettbewerb des Bundesamtes für Kultur mit. Ein weiteres Anliegen, so Deflorin, sei es, mit dem «Heissen Brunnen» das Thermalwasser öffentlich sichtbar zu machen, so wie dies auf dem Kurplatz mit den beiden unentgeltlichen Freibädern jahrhundertelang der Fall gewesen sei.

Einige wichtige Fragen wie die Finanzierung, die Sicherheit, der exakte Standort des Brunnens und welche Quelle ihn speisen wird, werden derzeit mit Fachleuten diskutiert.

Zweieinhalb Jahre Bauzeit

Wie beurteilt die Verenahof AG, die Bauherrin des neuen Thermalbads, das geplante Gratisbecken «Heisser Brunnen»? Die Idee habe Charme und trage zur Attraktivität des Badeorts bei, sagt deren Sprecher Marc Bertschinger. «Wir sind diesbezüglich offen und sehen das Projekt von Bagni Popolari nicht als Konkurrenz.» Aus seiner Sicht seien aber einige Punkte noch offen. «Solche Fragen betreffen beispielsweise die Einhaltung von Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen sowie die Haftung.»

Mit dem Projekt Thermalbad sei man auf Kurs. Die Bauarbeiten haben diese Woche begonnen. «Der Spatenstich für das neue Thermalbad und das Ärzte- und Wohnhaus erfolgt am 17. April», sagt Bertschinger. Für das gesamte Bauvorhaben, inklusive der Klinik für Prävention und Rehabilitation, rechnet die Bauherrin mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren.

500'000 Gäste soll das Botta-Bad jährlich anlocken. Für Botta ist es nicht das erste solche Projekt. Er hat auch das Thermalbad auf der Rigi gebaut.

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