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Gratisparkplätze sind nicht mehr zeitgemäss

Das landesweit grösste Einkaufszentrum in Spreitenbach muss ab 2023 seine Parkplätze durchgehend bewirtschaften. Richtig so.

MeinungHelene Arnet

Erst kam die Konkurrenz von Aldi und Lidl, dann der Frankenschock. In der Folge florierte der Einkaufstourismus im nahen Deutschland, und seit ein paar Jahren boomt der Onlinehandel. Die Schweizer Einkaufszentren hätten einen schweren Stand, erklärte gestern der Centerleiter des Shoppi Tivoli Spreitenbach, des ältesten und grössten Shoppingcenters der Schweiz.

Und nun muss das Shoppi Tivoli ab 2023 auch noch auf die Gratisparkplätze verzichten, weil sonst der VCS die Erweiterung des Shoppingparadieses weiter verzögern würde. Gratisparkplätze gelten tatsächlich immer noch als Konkurrenzvorteil, und der Centerleiter könnte mit Recht darüber klagen, dass ihm Auflagen gemacht werden, die anderswo nicht gelten. So können beispielsweise das Glattzentrum, das Volkiland oder der Letzipark im Raum Zürich im grossen Stil nach wie vor Gratisparkplätze anbieten, da sie gebaut wurden, als Umweltmassnahmen noch nicht Teil einer Baubewilligung waren.

Für Gratisparkplätze ist unsere Luft zu schlecht, unsere Umwelt zu verbaut und der öffentliche Verkehr zu gut.

Hier müsste die Politik ansetzen. Denn in unserer Zeit sind Gratisparkplätze bei einem Einkaufszentrum oder auch bei anderen publikumsintensiven Einrichtungen wie Sporthallen oder Kinos schlichtweg nicht mehr zu rechtfertigen. Dafür ist unsere Luft zu schlecht, unsere Umwelt zu verbaut und unser öffentlicher Verkehr zu gut. Es ist nicht einzusehen, weshalb die Bewirtschaftung von Parkplätzen nicht für obligatorisch erklärt werden kann. Das ist eine Frage des politischen Willens, denn Planungs- und Baugesetze sind nicht in Stein gemeisselt.

Das Argument, dass man nicht gegen altes Recht verstossen könne, zählt dabei nicht. Schliesslich wurden ja auch anderswo Parkuhren aufgestellt und in vielen Wohnquartieren Nachtparkgebühren eingeführt, wo vorher das Parkieren gratis war. Es ist nicht nachzuvollziehen, weshalb der Shopper und die Shopperin ihr Auto gratis parkieren dürfen, während bei Quartierbewohnern Gebühren erhoben werden. Der Fünfliber für den Parkplatz entspricht dem Verursacherprinzip und ist für jeden tragbar, der sich ein Auto leisten kann.

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