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Gratisschulden bleiben Schulden

Wer Schulden macht, wird dank Negativzinsen belohnt. Für Kantone eine gefährliche Verlockung.

Mit dem Slogan «Null Prozent Leasing – schonen Sie Ihr Portemonnaie!» werben heute Autohändler. Der gleiche Werbespruch mag auch kantonale oder kommunale Finanzdirektoren verführen. Ob Autos oder Schulhäuser – so günstig wie jetzt sind derartige Anschaffungen wohl nie mehr zu haben. Die Situation am schweizerischen Geldmarkt ist absurd: Wer spart, muss heute einen Strafzins bezahlen – wer Schulden macht, wird belohnt. Rund 300'000 Franken hat die Stadt Zürich kürzlich «verdient», weil sie für ein paar Monate 300 Millionen Franken aufnehmen musste. Gar eine halbe Million im Jahr hat die Stadt Bern vorwärtsgemacht, weil sie einen finanziellen Engpass in der Höhe von 80 Millionen überbrücken musste.

Die Verlockung für Gemeinden und Kantone ist gross, darob ihre eigentlich düstere finanzielle Situation aus den Augen zu verlieren. Stichworte sind Überalterung, steigende Gesundheits-, aber auch Bildungskosten. Der Kanton Zürich etwa muss in fünf Jahren zwei Milliarden Franken sparen.

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