Die Schweizer Super Connie bleibt am Boden – wohl für immer

Die Rettung der «Star of Switzerland» ist gescheitert. Den Fans des grössten Airliners der Propeller-Ära bleibt nur ein kleiner Funke Hoffnung.

Das war einmal: Die Super Constellation «Star of Switzerland» wird wohl nie mehr abheben. <nobr>20 Millionen</nobr> Franken hätte die Reparatur gekostet.

Das war einmal: Die Super Constellation «Star of Switzerland» wird wohl nie mehr abheben. 20 Millionen Franken hätte die Reparatur gekostet. Bild: SCFA

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Im schlimmsten Fall brauche es 1,5 Millionen Franken, um den Airliner Super Constellation wieder abheben zu lassen, hiess es im August 2017. Dann fehlten plötzlich 15 bis 20 Millionen. Das bringt selbst die grössten Flugzeug-Enthusiasten ins Trudeln. Heute meldete die «Zürichsee-Zeitung», dass der Unterstützerverein aufgelöst werde. Das Schicksal des Flugzeugs liegt jetzt in den Händen eines Liquidators.

«Uns ist es wichtig, dass wir eine geordnete Liquidation des Vereins durchführen können», sagt Urs Peter Naef, Informationsbeauftragter der Super Constellation Flyers Association. Das heisst auch: Der Verein geht nicht Konkurs, er hat keine Schulden.

Schönstes Flugzeug der Geschichte

Die Super Connie wird von vielen Aviatikfans als schönstes Flugzeug der Geschichte bezeichnet. Auf alle Fälle war sie unverkennbar, wenn sie mit ihrem markanten dreiteiligen Heckruder über den Zürichsee flog. Und an Oldtimer-Flugshows war sie der Star. Doch als bei Routinekontrollen an den Landeklappen Rost entdeckt wurde, begann der Abstieg des «Star of Switzerland».

Ankunft einer Legende: Eine Super Constellation landet in Kloten.

Fast ein neues Flugzeug

1,5 Millionen Franken wurden für die Reparatur veranschlagt – und gesammelt, denn die Super Connie hat Freunde weit über die Super Constellation Flyers Association hinaus. So haben Ende 2017 zwei Einzelpersonen je eine Million Franken übernommen.

Dieses Geld wurde mittlerweile für die Reparaturen eingesetzt. Naef sagt: «Das Fahrgestell und viele andere Teile und Komponenten sind neu, wären nun noch die Flügel saniert, hätten wir eigentlich ein neues, absolut funktionstüchtiges Flugzeug.» Dieses steht derzeit in Kloten im Freien, teilweise mit Blachen abgedeckt. Damit können die Hangarkosten eingespart werden.

Der Impuls kam aus Meilen

Die SCFA rund um den Meilemer Piloten Ernst Frei hatte 2002 eine dieser grossen Propellermaschinen, die in den 1950er-Jahren hergestellt wurden, in Kalifornien gekauft, restauriert und 2004 in die Schweiz überführt.

Eine Super Constellation im Jahr 2014 vor dem Start in Kloten ab.

Damals erhielt sie den Namen «Star of Switzerland». Und als Star of Switzerland sollte sie in diesem Frühling wieder abheben. Es sah gut aus bis kurz vor Weihnachten. Da wurden Absplitterungen am Vorderholm des rechten Flügels entdeckt. Es stellte sich heraus, dass beide Flügel komplett auseinandergenommen und saniert werden müssen.

Vier Jahre und viel Geld

Dagegen waren die vorherigen Schäden Kinkerlitzchen. Eine solche Reparatur würde vier Jahre dauern und gegen 20 Millionen Franken kosten. Dazu kommt laut Naef, dass die Auflagen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt seit dem Absturz der Ju 52 noch strenger geworden seien.

Trotzdem entschied die SCFA, nicht aufzugeben. Wenn innert dreier Monate das Geld aufgetrieben werden kann, mache man weiter, entschied sie im Februar dieses Jahres. Inzwischen wurden vor allem Grossinvestoren aus der Aviatikszene kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Doch hat sich bis jetzt kein Ausweg aufgetan. Deshalb haben die Besitzer des Flugzeuges, die Association-Mitglieder, beschlossen, den Verein aufzulösen.

Ein Silberstreif am Horizont?

Allerdings bleibt Freunden von Super Connie ein kleines bisschen Hoffnung. Laut Urs Peter Naef entscheidet sich die Zukunft des Oldtimers in den nächsten Monaten. Dabei sei der Fächer weit geöffnet: Von Verschrotten bis zum erneuten Abheben. Vom Museumsstück bis zum Hotel.

Alles ist eine Frage des Geldes. Es könnte sogar sein, dass das Grounding der Super Connie nicht endgültig ist. Dann nämlich, wenn ein Retter in der Not vom Himmel fällt, der das Geld hat und in die Hand nimmt, um den Star of Switzerland wieder abheben zu lassen.

Erstellt: 29.04.2019, 10:40 Uhr

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