Letzte Hürde geschafft: Gymnasiasten erhalten 2 Jokertage

Die Regelung für Freitage gilt ab dem nächsten Schuljahr. Für den Bezug gibt es Auflagen.

Die Vorlage sieht vor, dass jede Gymnasiastin/jeder Gymnasiast zwei Jokertage pro Schuljahr beziehen kann: Kantonsschule Freudenberg. Foto: Keystone

Die Vorlage sieht vor, dass jede Gymnasiastin/jeder Gymnasiast zwei Jokertage pro Schuljahr beziehen kann: Kantonsschule Freudenberg. Foto: Keystone

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Nun erhalten Schülerinnen und Schüler von Kantonsschulen, was jene von Volksschulen längst haben: Jokertage. Die entsprech­ende Änderung des Mittelschul­gesetzes wird auf den 1. August 2020 in Kraft gesetzt, wie das Mittelschul- und Berufsbildungsamt bestätigt. Die Jokertage werden so auf das Schuljahr 2020/21 eingeführt; die Beschlüsse von Bildungs- und Regierungsrat stehen jedoch noch aus.

Die Vorlage sieht vor, dass jede Gymnasiastin/jeder Gymnasiast zwei Jokertage pro Schuljahr beziehen kann – ebenso viele wie an der Volksschule. Die Schülerinnen und Schüler können die Jokertage ohne Vorliegen eines Absenz- oder Dispensationsgrundes in Anspruch nehmen. Sie müssen sich aber an eine Auflage halten: den Bezug 14 Tage im Voraus ankünden. Die Schulen können zudem Sperr­tage definieren, an denen der Bezug nicht zulässig ist, etwa an Anlässen. Nicht bezogene Jokertage verfallen Ende Schuljahr.

Auch Schulleitungen dafür

Die Schulleitungen der Mittelschulen haben sich im letzten Sommer mit der Vorlage befasst. «Sie haben sich dazu insgesamt positiv geäussert», sagt Niklaus Schatzmann, Leiter des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes. Das überrascht, hatten sich Kantonsschulrektoren in einer ersten Phase doch gegen Jokertage ausgesprochen. Auch die Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) stand dem Vorschlag ablehnend gegenüber.

Mit der Vorlage sollen Kantonsschülerinnen und -schüler gemäss Wortlaut im Gesetz «die Chance haben, ausserordentlichen Anlässen, die für sie persönlich wichtig sind, beizuwohnen», einem Sportevent oder einem Konzert. Solche Anlässe seien wertvolle Erfahrungen.

Die Idee der Jokertage für Mittelschulen geht auf eine Einzelinitiative von Lehrer Beat Brunner von der Kantonsschule Unterland zurück. Angestossen hatten sie 14 seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler. Sie hatten sich in einem Semesterkurs 2015 mit Kampagnen befasst und beschlossen, sich für Jokertage einzusetzen. Der Kantonsrat hat der Initiative im April 2018 mit 89 zu 58 Stimmen zugestimmt. Dagegen waren SVP und EDU.

Erstellt: 24.01.2020, 23:51 Uhr

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