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Handfeste Vorteile statt hohler Appell

Darum erübrigt sich eine Moralpredigt für Einkaufstouristen.

MeinungAlain Zucker

Dieses Wochenende war auf Schweizer Strassen wieder viel los. Die einen waren auf der Suche nach der Sonne, die anderen nach Tiefstpreisen. Unter Rechtfertigungsdruck kamen nur die Schnäppchenjäger, die über die deutsche Grenze fuhren, um den Kofferraum mit günstigen Windeln zu füllen. Da heben die gesunden Lokalshopper den ethisch korrekten Zeigefinger, während das heimische Gewerbe ans Pflichtgefühl ­appelliert und vor dem wirtschaftlichen Schaden warnt. Fazit: Schweizer Einkaufstouristen leben zwar günstig, werden aber mit Verachtung gestraft.

Zu Unrecht. Denn den Verzicht auf die Preis­vorteile jenseits der Grenze muss man sich leisten ­können. Für eine Mittelstandsfamilie, herausgefordert durch steigende Krankenkassenprämien, Kinderbetreuungsgelder und Wohnungsmiete, ist dies der Spielraum, um Geld für anderes zu sparen. Es ist arrogant, ihr vorzuwerfen, diesen Spielraum auszunutzen.

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