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Hat Dietikon ein Problem mit Jugendgangs?

Der Dietiker SVP-Stadtpräsident Roger Bachmann nimmt nach der Massenschlägerei zwischen zwei Jugendbanden in Spreitenbach Stellung.

Ist Dietikon oder Spreitenbach krasser? Ein Meme auf Snapchat löste eine Massenschlägerei aus. Video: Leserreporter

Herr Bachmann, hat Dietikon ein Problem mit Jugendgangs?

Das haben wir definitiv nicht. Gerade hatte ich Kontakt mit dem Polizeivorstand, und im strafrechtlichen Sinn gibt es keine Hinweise darauf. Auch die Statistik zeigt etwas anderes. Wir haben selbstverständlich ein wachsames Auge darauf, aber wir kämpfen nicht mit mehr Problemen als andere Gemeinden auch.

Gibt es Jugendgruppen, die Sie speziell auf dem Radar haben?

Speziell nicht. Es schleckt jedoch keine Geiss weg, dass wir einen relativ hohen Ausländeranteil in unserer Region haben. Wir leisten aber auch viel Integrationsarbeit, auch präventive. Deswegen haben wir normalerweise keine grösseren Probleme.

Sie meinen, dass dies ein Ausländerproblem sei?

Nein, mit dem hohen Ausländeranteil werden wir einfach gern in Verbindung gebracht. Wir müssen im Bereich Integration mehr machen als andere, und das tun wir auch. Im Integrationsforum stehen wir mit allen Gruppen in Kontakt. Das Phänomen, dass Posts auf sozialen Medien so eskalieren, hatten wir vor 25 bis 30 Jahren noch nicht. Heute kann man Streite feige aus dem versteckten Kämmerlein vorwärtstreiben und verbreiten. Da sind alle gefordert, in allen Gemeinden.

Dietikon fiel schon mehrmals mit Gewalt auf, es gab Mobbingfälle, eine Mutter attackierte eine Lehrerin, jetzt kämpfen Jugendliche mit Messern.

Ja, aber in der Stadt Zürich passiert das jedes Wochenende, nur hat man sich daran gewöhnt. Jetzt auf den Zug «typisch Dietikon, typisch Spreitenbach» aufspringen zu wollen, wäre falsch. Es ist kein spezifisches Problem der zwei Städte. Aber es geht um Gewalt, die es generell zu verurteilen gilt.

Verschiebt sich die Gewalt aus der Stadt in Ihre Richtung?

Natürlich ist es so, dass Zürich in die Agglomeration wächst. Wir haben 27’000 Einwohner, Spreitenbach wächst extrem. Je mehr Leute in einem Ballungsraum zusammenkommen, desto mehr muss man mit gesellschaftlichen Konsequenzen rechnen. Wir sind eine Zentrumsregion, da lässt sich nicht verhindern, dass solche Dinge passieren. Um von einem Limmattaler Problem zu sprechen, fehlt aber noch immer die Regelmässigkeit. Trotzdem müssen wir uns immer hinterfragen, ob es einen Handlungsbedarf gibt.

Hat sich jetzt ein Handlungsfeld aufgetan?

Ich bin überzeugt, dass wir gut aufgestellt sind, wir müssen uns aber ständig weiterentwickeln. Sollten solche Dinge im Wochentakt passieren, müssen wir einen Riegel vorschieben. Auch im Sinne einer präventiven Wirkung.

Wie sind die Beziehungen zwischen den Erwachsenen der beiden Städte?

Die sind sehr gut. Ich kann es auf der politischen Ebene beurteilen. Wir stehen in engem Kontakt und Austausch. Wir teilen viele Probleme und Fragestellungen zum Verkehr, zur Stadtentwicklung, Stadtplanung. Wir sind ein grosser zusammenhängender Lebensraum.

Das Konkurrenzverhältnis zwischen den Gemeinden ist altbekannt. Überträgt es sich nicht bloss von den Erwachsenen auf die Jugendlichen?

Das gab es früher vielleicht ein bisschen. Ein gewisses Konkurrenzverhältnis haben alle Nachbargemeinden miteinander. Da gibt es vielleicht mal einen Spruch, eine Stichelei – aber wer sich liebt, der neckt sich. In der Sache arbeiten wir aber sehr gut miteinander. Gar kein Thema.

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