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Heikle Heilsversprechen im Kirchenzelt

Die Familinkirche hat für 900'000 Franken ein Zelt gekauft, um daraus ein Gebetszentrum zu machen. Anlocken will die Freikirche neue Gläubige mit sektenhaften Versprechen auf Heilung körperlicher Gebrechen.

In Bubikon wird demnächst ein über 1000 Quadratmeter grosses Zelt aufgerichtet. Es soll als neues Zentrum einer Freikirche dienen. Dahinter steckt der 40-jährige Erich Engler aus Hombrechtikon, seine Kirche heisst Familienkirche Rapperswil. Vor elf Jahren gründete er die Kirche und betreibt heute auch die Seite Internetkirche.com.

Offenbar ist der damit ausserordentlich erfolgreich. Denn zusammen mit Land kostet sein Vorhaben über 2,5 Millionen Franken, wie er seinen Anhänger in einem Spendenaufruf vorrechnet. Das Geld für das Zelt-Projekt stammt zum Teil von der Raiffaisen-Bank. Über eine Million Franken haben Engler und seine Anhänger selber aufgetrieben. Laut Sektenexperte Hugo Stamm liefern sie wie bei Freikirchen üblich zehn Prozent ihres Einkommens ab. Zudem bedenken verstorbene Mitgliedern Engler in ihren Testamenten mitunter grosszügig.

Göttliche Heilung empfangen

Engler ist laut Stamm ein «enthusiastischer, umtriebiger Freikirchler und Prediger». Seine Predigen seien nicht extrem. Kritisch beurteilt Stamm jedoch die Heilungsschule, die auf Internetkirche.com angepriesen wird: Dort, so verspricht Engler, können die Teilnehmer lernen, wie «man göttliche Heilung persönlich empfängt». Damit sollen auch körperliche Leiden kurieren werden. Bereits Hunderte sollen die Schule besucht haben. Den Gläubigen Hoffnung auf eine göttlich Heilung zu machen hält Stamm für sehr kritisch: «Solche Heilsversprechen sind sehr heikel und weisen sektenhafte Züge auf».

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