Heimlichtuerei um Bruno Sauters Abgang

Er gilt als einer der mächtigsten Zürcher Amtschefs. Nun bleibt er ab sofort der Arbeit fern. Ob er wieder kommt, ist offen.

Vorerst arbeitet er nicht: Amtschef Bruno Sauter. Foto: PD

Vorerst arbeitet er nicht: Amtschef Bruno Sauter. Foto: PD

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Die Angestellten des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit erfahren die bedeutende Nachricht vor dem Pfingstwochenende aus den Medien. Es gibt keine interne Information, kein Schreiben. Sicher ist nur: Amtschef Bruno Sauter (53) arbeitet zurzeit nicht mehr. Offiziell ist er krankgeschrieben. Die Volkswirtschaftsdirektion von Carmen Walker Späh (FDP) schweigt über die Gründe und darüber, wer das Amt mit 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nun führt. Dieses ist für über 17'000 Arbeitslose im Kanton zuständig.

Gerüchteweise wollte sich die aktuelle Regierungspräsidentin Walker Späh vom machtbewussten Chefbeamten trennen. Wie das Onlineportal Insideparadeplatz.ch letzte Woche geschrieben hat, soll Sauter bei ihr in Ungnade gefallen sein. Allerdings haben auch gut informierte Kreise keinen öffentlich ausgetragenen Streit unter den beiden ausmachen können. Zumindest ist Sauter in letzter Zeit nicht so angeeckt, wie das in der Vergangenheit schon vorgekommen ist.

Verweis von Ernst Stocker

So kassierte der selbstbewusste Amtschef Sauter 2013 einen Verweis, weil er öffentlich allzu forsch aufgetreten war. Sauter warf dem damaligen Justizdirektor Martin Graf (Grüne) vor, er schade der Wirtschaft. Allerdings arbeitete Sauter damals noch unter Ernst Stocker (SVP) und nicht unter Carmen Walker Späh.

In Walker Spähs Amtszeit fällt eine andere Geschichte, mit der Sauter Schlagzeilen gemacht hat. Er nahm ein Verwaltungsratsmandat einer Firma an, die auf IT-Beratungen spezialisiert ist und die mit dem Kanton geschäftet. Kaum war sein Engagement publik geworden, musste er das Mandat abgeben. Allerdings ist dieser Vorfall zwei Jahre her. Es wird deshalb nun vermutet, dass Sauters abrupter Abgang das Resultat mehrerer Ereignisse ist, die während seiner 14 Jahre als Chefbeamter vorgefallen sind. Auch soll bei ihm eine gewisse Unzufriedenheit spürbar geworden sein, beispielsweise mit der Höhe seines Lohns.

Verschiedene Fragen lassen Walker Späh und Sauter unbeantwortet: Wie lange ist er krankgeschrieben? Hat es zwischen den beiden einen Zwist gegeben? Und wird er nach seiner Genesung seine Arbeit wieder aufnehmen? Unklar ist auch, wem eine Kündigung nützen würde, die als Krankschreibung getarnt ist. Dem Kanton bestimmt nicht. Sie könnte sich für den Staat als langwieriges und teures Prozedere erweisen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.06.2019, 06:33 Uhr

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