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Hier entsteht das neue Botta-Bad

Nach über zehn Jahren Planung haben die Bauarbeiten im Badener Bäderquartier begonnen. Das bietet einen besonderen Anblick.

Grossbaustelle am Limmatknie: Freier Blick auf das Verenahofgeviert mit der Schaufassade des alten Hotels Bären. Foto: Reto Oeschger
Grossbaustelle am Limmatknie: Freier Blick auf das Verenahofgeviert mit der Schaufassade des alten Hotels Bären. Foto: Reto Oeschger

Es ist wohl zweitausend Jahre her, dass Menschen das Limmatknie derart kahl gesehen haben, wie es sich heute zeigt. Denn die Römer hatten hier schon im 1. Jahrhundert grosse Thermen errichtet, um das an dieser Stelle reich sprudelnde und über 46 Grad warme Thermalwasser zu nutzen. Doch nun befindet sich dort eine Grossbaustelle.

Das alte Thermalbad ist abgerissen, Staadhof, Römerhof und das Parkhaus sind verschwunden. Ebenso wie die Baumreihe entlang des Ufers. Denn nach zehn Jahren Planung und einem ewig scheinenden Hin und Her gilt es nun Ernst im Badener Bäderquartier: Es wird Platz geschaffen für Mario Bottas Bad.

Rückbau im Verenageviert

In den nächsten zwei Jahren entstehen im Bäderquartier ein neues Thermalbad, ein Ärzte- und Wohnhaus sowie eine Klinik für Prävention und Rehabilitation. Die Stadt engagiert sich vor allem im öffentlichen Raum, so werden der Kurplatz und der Mättelipark neu gestaltet. Insgesamt entstehen in dem in den letzten Jahren etwas heruntergekommenen Bäderquartier 280 neue Arbeitsplätze, die Bauherrin Verenahof AG investiert 150 Millionen Franken. Sie gehört zur Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden.

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Bilder: Baden in Baden

Neun Becken: Ab 2020 stehen im Bäderquartier draussen und drinnen verschieden warme Pools zur Verfügung.
Neun Becken: Ab 2020 stehen im Bäderquartier draussen und drinnen verschieden warme Pools zur Verfügung.
PD/Mario Botta
Bellevue Baden: Beim Ruhen in die Rebberge oder auf die Limmat schauen.
Bellevue Baden: Beim Ruhen in die Rebberge oder auf die Limmat schauen.
PD/Mario Botta
Unansehenlich: Das Geviert der alten Bäderhotels Verenahof, Bären und Ochsen war heruntergekommen.
Unansehenlich: Das Geviert der alten Bäderhotels Verenahof, Bären und Ochsen war heruntergekommen.
Beat Marti
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Die langwierigen Diskussionen um die Umgestaltung des Bäderquartiers drehten sich vorab um die Schutzwürdigkeit der alten Bäderhotels, insbesondere des Verenahofs. Im Geviert Verenahof, Ochsen und Bären werden derzeit alle Bestandteile entfernt, die nicht tragend und nicht denkmalgeschützt sind. Diese Arbeiten werden bis im Dezember 2018 andauern.

Die Fassade des für den Kurplatz prägenden Verenahofs, in welchem die Reha-Klinik mit 78 Zimmern entsteht, bleibt unverändert. Im Innern werden unter anderem der Elefantensaal und die Lichthöfe erhalten.

Auch das Hesse-Zimmer bleibt in irgendeiner Form, eventuell als Patientenzimmer. Hermann Hesse war während fast dreier Jahrzehnte Stammgast im Verenahof und damit einer der vielen Prominenten, die einst im Bäderquartier abstiegen: angefangen bei König Rudolf I. von Habsburg über Hans Waldmann, der noch kurz vor seiner Hinrichtung in Begleitung mehrerer Damen in Baden das Leben genoss, zu Napoleon III. und Gottfried Keller bis hin zu Richard Strauss und Haile Selassie.

Neues von der Römertherme

Parallel zu diesen Abbrucharbeiten war die Kantonsarchäologie Aargau tätig. Sie hat Ende September ihre Grabungen termingerecht abgeschlossen und ist dabei bis ins römische Aquae Helveticae gestossen. Dabei wurden die Erkenntnisse der früheren Grabungen auf diesem Areal massgeblich ergänzt, wie einem Bericht in der Fachzeitschrift «Archäologie Schweiz» zu entnehmen ist.

So wurden Reste römischer Stein- und Holzbauten erfasst, bei denen es sich vermutlich um Unterkunftsgebäude für Badegäste handelt. Zudem stiessen die Archäologen auf einen Mauerwinkel des im 15. Jahrhundert erstmals erwähnten Gasthauses Krebsli, der seinerseits einen Kalkbrennofen durchschlägt, der möglicherweise zum mittelalterlichen Ausbau der Bäder gehört. Denn hier geraten die Jahrhunderte drunter und drüber.

Herausragend sind die Befunde im Bereich der römischen Thermalbäder: Unter dem ehemaligen Hotel Staadhof kamen verblüffend gut erhaltene Reste eines Thermalbadebeckens zum Vorschein – ein mit Mörtel ausgegossenes Bassin auf einer massive Holzkonstruktion aus Eichenbalken und Eichenplanken, das vom hohen Können der römischen Ingenieure zeugt.

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