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Honigbschiss im Zürcher Weinland

Ein Deutscher hat in Rheinau Honig aus dem Ausland als einheimischen verkauft. Doch auch mit lebenden Bienen trieb er illegalen Handel.

Sizilianische Kunstschwärme verkaufte der junge Deutsche als Schweizer Bienen (Bild).
Sizilianische Kunstschwärme verkaufte der junge Deutsche als Schweizer Bienen (Bild).
Martin Ruetschi, Keystone

Rheinau schien bis vor kurzem Drehscheibe eines ganz besonderen Handels zu sein: Die Kantonspolizei Zürich verdächtigt einen jungen Deutschen, in der ehemaligen Postfiliale kistenweise aus dem Ausland importierten Honig gelagert und als Schweizer Honig verkauft zu haben. Der Mietvertrag der Räume in der Liegenschaft, die dem Kanton gehört, läuft auf die Firma Ita Trading Ltd. Das berichtet der «Landbote» in seiner heutigen Ausgabe.

Im Handelsregister ist das Unternehmen zwar nicht eingetragen, aber unter Bienenzüchtern ist es sehr wohl ein Begriff. Der junge Deutsche hatte im Frühjahr 2012 unter seinem Firmennamen einheimische Imker per Mail kontaktiert und ihnen Schweizer Bienenvölker, sogenannte Kunstschwärme, zum Kauf angeboten. Für die Schweizer Imker, die im eisigen Winter viele Völker verloren hatten, war das Angebot verlockend. Doch Kenner waren skeptisch, ob die Bienenvölker tatsächlich aus einer Schweizer Zucht stammten, und wandten sich an die Behörden.

Am Zoll im Rafzerfeld erwischt

Tatsächlich gingen den Grenzwächtern im Mai 2012 verschiedene Imker ins Netz, die illegal Kunstschwärme ins Rafzerfeld schmuggeln wollten. Sie stammten alle vom jungen Deutschen, der den Imkern die Bienen ennet der Grenze übergeben hatte, damit diese die Tiere selber über die Grenze einführten. Die Behörden beschlagnahmten darauf mehrere Dutzend Völker, die vermutlich aus Sizilien stammten.

Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ermittelt nun gegen den Deutschen. Ihm wird unlauterer Wettbewerb vorgeworfen. Er selbst will sich zum laufenden Strafverfahren nicht äussern.

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