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Im Mobimo-Tower steht jede dritte Wohnung leer

Der Markt mit Luxuswohnungen in der Schweiz ist ins Stocken geraten. Viele Objekte stehen leer, wie beispielsweise im Mobimo-Tower. Nun will sich die Mobimo AG aus diesem Geschäftsfeld zurückziehen.

Beste Aussicht, kaum Käufer: Luxus-Wohnung im Mobimo-Tower.
Beste Aussicht, kaum Käufer: Luxus-Wohnung im Mobimo-Tower.
Alessandro Della Bella, Keystone

«Hier kann man zeigen, dass man Stil hat»: So wirbt Mobimo um solvente Kunden, die sich in einer der Luxuswohnungen im 81 Meter hohen Steinturm niederlassen sollen. Doch die reichen Kunden, die auf «endlose Weitsicht und Grandezza» Wert legen, lassen auf sich warten. Im Mobimo-Tower steht jede dritte Wohnung leer.

Bei der Eröffnung vor über einem Jahr waren die Verantwortlichen noch optimistisch, dass die Wohnungen schnell verkauft würden, «sobald etwas Leben ins Haus einzieht». Heute führen sie immer noch täglich Interessenten durch die Räume und organisieren Verkaufs-Veranstaltungen - aber meist ohne Erfolg.

Der Verkauf gestalte sich schwieriger als erwartet, räumte Mobimo-Geschäftsführer Christoph Caviezel am Donnerstag vor den Medien ein. Der Markt in der Luxus-Klasse sei gesättigt. Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von bis zu 25'000 Franken, wie sie es im Mobimo-Tower gibt, verkaufen sich nicht mehr mühelos. Auch sehr hohe Mieten lassen sich nur noch an bester Lage durchsetzen.

«Wir machen in diesem Segment nicht mehr weiter», sagte Caviezel bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse 2012. Die Landreserven an der Goldküste in Erlenbach ZH, die sich gut für eine Luxus-Überbauung geeignet hätten, werden deshalb verkauft.

Mittleres Segment statt Luxusklasse

Konzentrieren will sich Mobimo künftig auf das mittlere Segment. Stockwerkeigentum in dieser Preisklasse gehe immer noch weg wie warme Weggli, sagte Caviezel weiter. Wohneigentum sei wegen der tiefen Zinsen nach wie vor attraktiv - trotz der zahlreichen Stimmen, die zur Zurückhaltung aufrufen würden.

Aber auch in diesem Geschäft ist Mobimo etwas vorsichtiger geworden: Gebaut wird ein Projekt erst, wenn mindestens 30 Prozent der Wohnungen reserviert sind.

Neben mittelteuren Eigentumswohnungen will sich die Firma in den kommenden Jahren vor allem auf die Entwicklung ganzer Areale konzentrieren. Geplant sind etwa Projekte auf dem Flon-Areal in Lausanne, beim Bahnhof Aarau, in Luzern Süd und auf dem Firmengelände der Rheinmetall in Zürich-Oerlikon. Wichtig sei bei diesen Entwicklungsarealen, dass man eine gute Durchmischung erreiche, betonte Caviezel.

Kritik am «Immobilien-Eldorado»

Dass dies bisher nicht immer gelungen ist, zeigte Anfang Februar eine Studie des Zürcher Mieterverbandes über die Entwicklung des Quartiers Zürich-West, in dem auch der Mobimo-Tower steht.

Die Studie besagte, dass sich das Quartier zwar zum regelrechten «Immobilien-Eldorado» entwickelt habe, eine Durchmischung des Quartiers durch die teuren Wohnungen und Büroflächen aber nicht erreicht worden sei. Die Gewerbeflächen seien nicht relevant und die Wohnflächen nicht bezahlbar.

Caviezel bezeichnete diese Kritik am Donnerstag als «berechtigt». Jede Immobilienfirma habe in Zürich-West nur ihre Parzelle berücksichtigt und deshalb möglichst teure Objekte erstellt. Bei den Projekten, die nun geplant sind, will die Immobilienholding das gewünschte Gesamtbild eines Areals besser im Blick haben.

SDA/jcu

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