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Im Zürcher Weinland bahnt sich eine Grossfusion an

Sechs Gemeinden aus dem Bezirk Andelfingen streben eine Fusion an. Das haben die sechs Gemeinderäte heute mitgeteilt.

Aus Adlikon, Andelfingen und vier weiteren Gemeinden soll eine einzige werden: Das ist der Plan der Gemeinderäte.
Aus Adlikon, Andelfingen und vier weiteren Gemeinden soll eine einzige werden: Das ist der Plan der Gemeinderäte.
Steffen Schmidt, Keystone

Die Gemeinderäte von Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen und Thalheim an der Thur möchten in einer Grundsatzabstimmung darüber befinden lassen, ob die Fusion der sechs Gemeinden konkret geprüft werden soll. Das haben die Gemeinden heute in einem Schreiben mitgeteilt, das an alle Haushalte verschickt wird. Unterschrieben ist der Brief von den Gemeindepräsidenten.

Darin heisst es, dass es bisher dank des grossen Engagements von Bevölkerung, Verwaltung und Behörden möglich gewesen sei, die Gemeinden selbständig zu verwalten. In jüngerer Zeit hätten sich die Rahmenbedingungen aber insbesondere für kleine Gemeinden deutlich negativ verändert.

Schwierige Personalsuche

Um ihre Leistungen möglichst effizient zu erbringen, hätten sich die Gemeinden schon lange in Zweckverbänden organisiert. Um die kommunalen Aufgaben erfüllen zu können, sei inzwischen aber eine so grosse Zahl solcher Kooperationen notwendig, dass komplizierte Strukturen mit entsprechend hohem Koordinationsaufwand entstanden seien.

Zudem, so schreiben die Gemeinden weiter, werde im neuen Finanzausgleich die Gemeindegrösse bei der Festlegung der kantonalen Ausgleichsbeiträge nicht mehr berücksichtigt, so dass die Kosten für eigenständige Strukturen voll zu Lasten der einzelnen Gemeinden gehen würden. Schliesslich werde es auch immer schwieriger, Leute zu finden, die über die passenden Fähigkeiten und vor allem auch über die nötige Zeit für ein Gemeinderatsmandat verfügen würden.

Der Oberstufenschulkreis als Vorlage

Als Folge dieser Entwicklungen würden kleinere Gemeinden einen wachsenden Druck spüren, ihre Leistungsfähigkeit durch Zusammenschlüsse zu optimieren. Eine solche Optimierung streben nun auch die sechs Weinländer Gemeinden an.

Die sechs Kommunen bilden zusammen das Einzugsgebiet des Sekundarschulkreises Andelfingen – und befolgen mithin die kantonale Empfehlung, welche rät, dass Zusammenschlüsse den Oberstufenschulkreisen entsprechen sollten.

Möglicherweise könne eine Fusion dank einfacheren Strukturen zu mehr Effizienz, einem zeitgemässen Dienstleistungsangebot, einer direkteren demokratischen Mitsprache und einer besser abgestimmten Siedlungsentwicklung führen, schreiben die Gemeinden.

Zwei Abstimmungen

Die sechs Gemeindeexekutiven hätten deshalb auf Initiative ihrer Präsidenten das Thema einer allfälligen Fusion aufgegriffen und beschlossen, damit an die Bevölkerung zu gelangen. Ein Zusammenschluss soll vorerst sorgfältig, umfassend und offen geprüft werden. Die Gemeinderäte erachten dies aber nur für sinnvoll, wenn sich auch die Stimmberechtigten hinter dieses Anliegen und Vorgehen stellen würden. Deshalb soll die Bevölkerung zuerst einen Grundsatzentscheid fällen. Bei einem Ja würden die Behörden dazu verpflichtet, eine konkrete Vorlage auszuarbeiten.

Danach können die Stimmberechtigten in einer weiteren Abstimmung unter Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile entscheiden, ob sie der Umsetzung der Vor- lage zustimmen oder nicht. Die Gemeinderäte betonen in ihrem Schreiben: «Ein Zusammenschluss erfolgt nur, wenn sich die Bevölkerung an der Urne zweimal für ein Ja ausspricht.»

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