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In Paris gilt die Idaho Regel schon

Es klingt widersprüchlich: Eine Verkehrsregel aus einem der am dünnsten besiedelten US-Bundesstaaten, Idaho, soll urbane Verkehrsprobleme lösen. Seit 1982 dürfen in Idaho Velofahrer bei Rotlicht fahren und müssen bei Stopptafeln nicht mehr anhalten. Genau das fordern die Grünliberalen auch in Zürich.

Zürich wäre nicht die erste europäische Stadt, die Velofahrern das Geradeausfahren bei Rot erlauben würde. Paris hat 2015 die Regel an bestimmten Kreuzungen eingeführt – teilweise darf nur rechts abgebogen, teilweise geradeaus gefahren werden. Gelbe Pfeile an den Ampeln signalisieren, welche Regeln gelten. Sind sie nicht vorhanden, gilt das Rotlicht weiterhin für alle Verkehrsteilnehmer. Mittlerweile sind Städte wie Bordeaux oder Strassburg dem Pariser Beispiel gefolgt. Die neuen Verkehrsregeln wurden nach einer Pilotphase im Jahr 2012 eingeführt. Die Tests hatten damals gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit von Zusammenstössen mit Autos reduziert wird, wenn die Velofahrer sich freier durch den Strassenverkehr bewegen können.

Attraktivität erhöhen

Auch andere Studien kamen zum Schluss, dass die Idaho-Regel das Sicherheitsrisiko zumindest nicht erhöhe. Ein Vergleich der Städte Boise (Idaho), Bakersfield und Sacramento (beide Kalifornien) hat gezeigt, dass Sacramento 30,5 und Bakersfield 150 Prozent mehr Unfälle pro Velofahrer haben. Die Städte haben ähnlich viele Velofahrer und eine vergleichbare Topografie, aber nur Boise kennt die Idaho-Regel. Eine Studie aus London stellte zudem fest, dass ­Velofahrerinnen öfter von Lastwagen überfahren werden als Velofahrer. Der Grund dafür sei, dass Männer häufiger über Rot führen und somit nicht mehr im toten Winkel der Chauffeure seien, wenn diese abbögen.

Die Sicherheitsfrage war für Paris aber nicht der einzige Grund für die Einführung der Idaho-Regel. Paris will bis 2020 den Veloverkehr in der Stadt verdreifachen. Dazu muss die Stadt für Velofahrer attraktiver werden. Die Idaho-Regel soll den Verkehr für die Velos flüssiger machen

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