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In Zürich sprossen Steinpilze in Riesenmengen

Trotz langer Trockenperiode könnte 2018 ein Super-Pilzjahr werden. Etliches deutet darauf hin – aber etwas Entscheidendes fehlt noch.

Auch bei den Zürcher Pilzkontrollen tauchen viele Sammler mit ganzen Körben voller solcher Steinpilze auf.
Auch bei den Zürcher Pilzkontrollen tauchen viele Sammler mit ganzen Körben voller solcher Steinpilze auf.
TA-Archivbild

Die Prognose hat sich für alle Pilzfans zum Glück nicht bewahrheitet. Noch im August hiess es, dass es wohl die schlechteste Pilzsaison seit 15 Jahren gebe, wenn es in den nächsten Wochen keinen flächigen Niederschlag gibt. Der «Blick» titelte Mitte August: «Trockenperiode trübt gut angelaufenes Pilzjahr». Nun ist das Gegenteil eingetroffen, wie Marionna Schlatter-Schmid, Medienverantwortliche von der Schweizerischen Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane (Vapko) sagt.

Nach der ersten Regenperiode Ende August sind die Pilze buchstäblich aus dem Boden gesprossen. «Unsere Pilzexperten hatten in der zweiten Septemberwoche eine Rekordmenge zu kontrollieren.» Laut Marionna Schlatter-Schmid waren es vor allem Steinpilze, die in Riesenmengen auch im Flachland und nicht nur im Berggebiet gefunden wurden.

Wenn es im Oktober nochmals regnet und die Temperaturen weiterhin mild bleiben, ist mit einem zweiten Schub zu rechnen, sagt Schlatter-Schmid. Zu den Spätherbstpilzen gehören die Klassiker wie etwa Reizker oder Mönchskopf.

Der Rekordsommer setzte den Pilzen nicht zu. Diese können Hitzeperioden gut überstehen. Denn der eigentliche Pilz, das sogenannte Myzelgeflecht, befindet sich im Boden, während nur die Früchte an die Oberfläche kommen. Das Myzelgeflecht wartet also den Regen ab, um die Früchte spriessen zu lassen.

Mehr Anrufe bei Tox Info Suisse

Dass 2018 kein schlechtes Pilzjahr ist, zeigen auch die Meldungen über Fälle von Pilzvergiftung bei Tox Info Suisse. Die Gleichung: «je mehr Pilze, desto mehr Vergiftungen» – welche auch wissenschaftlich belegt ist – hat sich bis jetzt bewahrheitet. So sind im Kanton Zürich bis Mitte Oktober über 115 Fälle von Pilzvergiftungen gemeldet worden. Im letzten Jahr waren es im gleichen Zeitraum «nur» knapp 90.

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Pilzesammeln in Zürcher Wäldern: So vermeiden Sie eine Vergiftung.

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Laut Katharina Schenk-Jäger verzeichnete Tox Info Suisse eine erste Spitze im späten Frühjahr. Diese betraf erwartungsgemäss Kinderunfälle. Dann, wenn Kleinkinder im Rasen einen Pilz finden und ihn essen. Die zweite Spitze wurde dann Ende September bis Anfang Oktober von den eigentlichen Pilzsammlern verzeichnet.

Wie Schenk-Jäger sagt, hat Tox Info Suisse in diesem Jahr schweizweit zwei Vergiftungsfälle mit dem äusserst giftigen Grünen Knollenblätterpilz beraten. In beiden Fällen verlief die Vergiftung nicht tödlich – dank intensivmedizinischer Massnahmen und Therapien. Der letzte Todesfall im Zusammenhang mit einem Grünen Knollenblätterpilz liegt bereits neun Jahre zurück.

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