Innerschweizer Katholiken fürchten ein neues «Bistum Zürich»

Die Aufspaltung des Bistums Chur verzögert sich weiter. Für die Schwyzer Kantonalkirche gibt es einige Gründe, die dagegen sprechen. Der Geldsegen aus dem reichen Zürich etwa.

Sitz des Churer Bischofs Vitus Huonder: Er hat das Thema Bistum Zürich und Urschweiz ein Jahr vor seinem Rücktritt auf die Traktandenliste gesetzt.

Sitz des Churer Bischofs Vitus Huonder: Er hat das Thema Bistum Zürich und Urschweiz ein Jahr vor seinem Rücktritt auf die Traktandenliste gesetzt. Bild: Arno Balzarini/Keystone

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Dicke Post aus der Innerschweiz für alle Befürworter eines Bistums Zürich: Der Vorstand der römisch-katholischen Kantonalkirche spricht sich in einer Mitteilung vehement und einstimmig gegen die Schaffung eines Bistums Zürich und Urschweiz aus.

Für eine seriöse Beurteilung des «grossen Fragenkomplexes» stünden im Rahmen der Umfrage des Bischofs weder die nötigen Entscheidungsgrundlagen noch eine genügende Zeitspanne zur Verfügung. Weiter fehle auch eine Meinungsäusserung der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK). Der Ruf «Los von Chur» sei mehrheitlich personell und nicht territorial begründet, heisst es in der Mitteilung weiter. Das Argument, der Bischof von Chur sei zu weit weg von Zürich, könne auch von Schwyz und der ganzen Urschweiz eingebracht werden.

Auch aus finanzieller Sicht wäre eine Abspaltung von Zürich für die restlichen Bistumskantone ein grosser Verlust. Zürich erfülle schliesslich eine wichtige Scharnierfunktion innerhalb des Bistums.

Zürcher als Geldquelle

Das Projekt eines Bistums Zürich stammt ursprünglich von der Schweizer Bischofskonferenz und ist bereits 35 Jahre alt. 2012 gleiste die katholische Körperschaft des Kantons Zürich das Projekt neu auf. «Die Reaktion der Schwyzer Kantonalkirche überrascht mich nicht», sagt Benno Schnüriger, Präsident der katholischen Kirche im Kanton Zürich.

Er zeigt Verständnis für das Argument der finanziellen Solidarität. Schliesslich leben zwei Drittel der Katholiken des Bistums Chur heute im Kanton Zürich. «Eine solche Geldquelle lässt man natürlich nur ungern ziehen», so Schnüriger.

Wie geht es weiter? Benno Schnüriger: «Jetzt heisst es zuerst einmal abwarten.» Und nachher werde sich zeigen, welches Resultat die Umfrage von Bischof Huonder ergebe. Das Resultat kann Schnüriger jetzt schon sagen: «Alle Bistumskantone werden wohl mit unterschiedlichen Argumenten dagegen sein, mit Ausnahme von Zürich.»

Erstellt: 21.04.2016, 13:57 Uhr

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