Ist der Vierfachmörder religiös geworden?

Thomas N. ist in die Justizvollzugsanstalt Pöschwies verlegt worden.

In der Pöschwies soll N. den internen Gottesdienst besuchen. Foto: A. Della Bella (Keystone)

In der Pöschwies soll N. den internen Gottesdienst besuchen. Foto: A. Della Bella (Keystone)

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Der Rupperswiler Vierfachmörder Thomas N. befindet sich nicht mehr in der Strafanstalt Lenzburg AG, sondern ist in die psychiatrische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Pöschwies in Regensdorf versetzt worden. Dies ist aus gut unterrichteter Quelle zu erfahren. Sowohl bei den zuständigen Aargauer als auch bei den Zürcher Justizbehörden will man diese Informationen aber nicht kommentieren. Thomas N. muss dabei vor den Mitgefangenen geschützt werden. Denn er gilt nicht nur als Mehrfachmörder, sondern auch als Sexualstraftäter. Er hatte sich am jüngsten Opfer, einem 13-jährigen Knaben, vor dem Mord ­sexuell vergangen.

Interessant ist auch die Information, dass Thomas N. in Begleitung von Aufsehern den internen Gottesdienst besucht habe. Hofft der Mann, in der Religion einen Halt zu finden? In der Psychologie wird in solchen Fällen von einer Coping-Strategie gesprochen. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch Bewältigungsstrategie. Coping-Strategien erleichtern die Bewältigung von Stress, belastenden Situationen und Angst. So hatte beispielsweise auch der als Babyquäler bekannt gewordene René Osterwalder Hilfe im christ­lichen Glauben gesucht.

Erinnerung auf Facebook

Wann es zur Anklage kommt, darüber machen die Aargauer Behörden keine Angaben; vermutlich aber noch in diesem Jahr. Man werde den Zeitpunkt aktiv kommunizieren. Der damals 33-jährige Thomas N. war am 12. Mai 2016 verhaftet worden. Er ist geständig. Offenbar plante er weitere ähnliche Taten.

Das Facebook-Profil von Carla Schauer, einem der vier Todesopfer, ist nach der Tat zu einer Gedenkstätte geändert worden: «In Erinnerung an Carla Schauer. Wir hoffen, dass all jene, die Carla lieben, durch den Besuch ihres Profils Trost finden», heisst es dort. Der letzte Beitrag ist einen Monat vor der Tat veröffentlicht worden: ein Foto der lachenden Carla Schauer mit ihrem kleinen weissen ­Malteserhund namens Chilli.

Die 48-jährige Mutter war zusammen mit ihren beiden Söhnen, dem 13-jährigen Davin und dem 19-jährigen Dion, sowie dessen 21-jähriger Freundin Simona am 21. Dezember 2015 in ihrem Einfamilienhaus in Rupperswil AG brutal getötet worden. Der Täter hatte ihnen die Kehle durchgeschnitten und danach im Haus Feuer gelegt. Thomas N. wohnte ganz in der Nähe der Opferfamilie, ebenfalls in der Gemeinde Rupperswil.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.02.2017, 23:15 Uhr

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