In ZVV-App wird jedes fünfte Billett über Check-in-Funktion gelöst

Der Zürcher Verkehrsverbund zieht ein Jahr nach Einführung des GPS-Tickets eine positive Bilanz – hat aber auch die Tücken des Systems kennengelernt.

Beim Check-in-Ticket checkt man sich über die ZVV-Ticket-App beim Einsteigen ein und beim Aussteigen wieder aus. Die gefahrene Route wird automatisch erfasst.

Beim Check-in-Ticket checkt man sich über die ZVV-Ticket-App beim Einsteigen ein und beim Aussteigen wieder aus. Die gefahrene Route wird automatisch erfasst. Bild: Thomas Egli

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Bereits jedes fünfte Billett des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) wird in der Ticket-App über die Check-in-Funktion gelöst. Das teilt der ZVV heute Dienstag mit. Von den 30'000 registrierten Fahrgästen nutzten 8700 Kunden die Funktion mindestens einmal im Monat. Der ZVV zieht ein Jahr nach der Einführung eine positive Bilanz. Insgesamt wurden seit der Einführung vor einem Jahr 300'000 solcher Tickets verkauft.

Die Rückmeldungen seien überwiegend gut, schreibt der ZVV. Gelobt werde vor allem die Einfachheit der Funktion. Der Ticketverkauf verläuft denn auch sehr schnell und es ist kein Tarifwissen notwendig. Die Lösung entspreche dem Bedürfnis vieler Kunden nach einer unkomplizierten, digitalen Selbstbedienungsmöglichkeit.

Simples System

Das System der Check-in-Tickets ist simpel: Die Passagiere checken sich vor der Fahrt mittels Fingerwisch auf ihrem Smartphone ein und nach dem Aussteigen wieder aus. Abgerechnet wird am Folgetag um 5 Uhr. Bis dann kalkuliert die App bei mehreren Fahrten am gleichen Tag die beste Billett-Option – die Kunden sind so immer mit einem gültigen Ticket zum richtigen Preis unterwegs.

Eingecheckt: Das Check-in-Ticket des ZVV berechnet nur die tatsächlich gefahrene Strecke. Bild: PD

Neben der positiven Bewertung durch die Fahrgäste sind im ersten Jahr aber auch die Tücken des Systems zum Vorschein gekommen. Es gebe noch einige technische Hürden zu meistern, schreibt der ZVV.

Nebst Schwierigkeiten beim Ein- und Auschecken in Tiefbahnhöfen wegen des schlechten Empfangs tauchen hin und wieder auch Fehler bei der korrekten Routenerfassung auf. Teilweise bleibe auch die automatische Erinnerung beim Auschecken aus.

Missbrauch nach Kontrollen möglich

Nicht zuletzt stellt aber auch die Weiterentwicklung der Kontrollmechanismen gemäss ZVV eine Herausforderung dar. Denn dank der Check-in-Tickets wurde für Schwarzfahrer nämlich eine neue Form von Missbrauch geschaffen: Sie können sich nach einer Kontrolle zu früh auschecken und weiterfahren.

Der Markttest dauert noch bis Ende 2019 und ist mit dem schweizweiten Programm «ÖV-Ticket 2020» der ÖV-Branche abgestimmt. Die Erkenntnisse fliessen in die Entwicklung der national geltenden Standards für das automatische Ticketing ein. Im September will die Branche über das weitere Vorgehen entscheiden. (hwe/sda)

Erstellt: 28.05.2019, 13:34 Uhr

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