Jetzt gibt es mehr Staus auf der Unterlandautobahn

Wegen der Grossbaustelle zwischen Kloten und Bülach wird die Autobahn auf je eine Fahrspur reduziert.

Die Bagger sind schon da: Während des Sommers gibt es grosse Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn zwischen Kloten und Bülach.

Die Bagger sind schon da: Während des Sommers gibt es grosse Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn zwischen Kloten und Bülach. Bild: Liliane Minor

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Seit vier Jahren schon läuft die Sanierung der Unterlandautobahn, korrekt genannt: A 51. Jetzt kommt das Projekt in die heisse Phase. Nicht nur der Witterung wegen. Im Juli und August wird den Automobilisten – anders als ursprünglich geplant – nur noch je eine Spur pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Das gab das kantonale Tiefbauamt heute Dienstag bekannt.

Grund für die veränderte Planung: So verkürzt sich die gesamte Bauzeit um vier Monate. Statt im Oktober 2018 wird die Strasse schon im Juni 2018 fixfertig sein, und der neue Belag wird erst noch länger halten, weil er am Stück eingebaut werden kann. Auch sei diese Variante sicherer für Automobilisten und Bauarbeiter, sagt Kantonsingenieur Felix Muff. Ursprünglich war geplant, den Verkehr zweispurig mit einer Baustelle in der Mitte zu führen; dabei hätten aber immer wieder kurze einspurige Abschnitte eingerichtet werden müssen. Solche wandernden Baustellen erhöhen erfahrungsgemäss das Risiko für Unfälle deutlich.

Es wird eng: So illustriert der Kanton die geplante Verkehrsführung auf der A 51 zwischen Juli und Ende August. Bild: Screenshot / Präsentation Baudirektion

Für die Automobilisten und Anwohner führt die Zeit zwischen dem 2. Juli und dem 27. August zu deutlichen Beeinträchtigungen. Derzeit nutzen rund 41'000 Fahrzeuge täglich die A 51. Vor allem in den zwei Wochen bis zu den Sommerferien, die am 15. Juli beginnen, wird es an den Autobahneinfahrten, im Hardwald und zwischen Kloten Süd und Kloten Nord zu mehr Staus in den Stosszeiten kommen. In diesem Zusammenhang appelliert Christian Krismer, Betriebsleiter des Autobahnwerkhofs Urdorf, an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer: «Wenn sich diese ans Reissverschluss-Prinzip halten, werden die Auswirkungen viel geringer, als wenn sie egoistisch drängeln.»

Die komplexeste Baustelle im Kanton

Hinzu kommt, dass die Ein- und Ausfahrt Kloten Nord am Wochenende vom 15. und 16. Juli komplett gesperrt wird. Eine Woche später folgt dann die Ein- und Ausfahrt Bülach Süd. Sie wird aber nur in Richtung Eglisau geschlossen. Und: Zwei Wochen lang ist die Autobahn von 22 bis 5 Uhr ganz zu, und zwar zu Beginn und am Ende der «Intensiv-Bauphase». Das ist nötig, um die Signalisation anzupassen.

Spürbar wird die Bauerei in den Ortschaften entlang der Landstrasse zwischen Kloten und Bülach: Hier dürfte der Verkehr deutlich zunehmen. Immerhin, die Buslinie 530 und 531 sollte nicht allzu sehr betroffen sein, sie wird über die Panzerpiste geführt.

Die Unterlandautobahn ist die derzeit komplexeste Baustelle im Kanton Zürich. 1970 bis 1971 erbaut, wird die rund zehn Kilometer lange Strasse jetzt zum ersten Mal vollständig saniert. Der logistische und materielle Aufwand ist riesig. Allein in den acht Wochen im Juli und August müssten 32'000 Tonnen Belag und Kies ausgehoben werden, was 1300 LKW-Ladungen entspricht. Dann werden 60'000 Tonnen Belag neu eingebaut. Dafür sind 50 bis 100 Bauarbeiter sieben Tage die Woche in zwei Schichten von 5 bis 22 Uhr im Einsatz. Insgesamt kostet die Sanierung 186 Millionen Franken. Zu berappen hat sie der Kanton, die A 51 ist keine Nationalstrasse.

Erstellt: 13.06.2017, 12:26 Uhr

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