Jetzt schlagen die Rosengarten-Gegner zurück

Beim Kampf um den Rosengartentunnel werben beide Seiten mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten – von Prominenten und gar vom gegnerischen Lager.

Über die Rosengartenstrasse in Zürich fahren täglich 56'000 Autos. Foto: Urs Jaudas

Über die Rosengartenstrasse in Zürich fahren täglich 56'000 Autos. Foto: Urs Jaudas

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Rosengartentunnel soll 2,3 Kilometer lang werden und die heutige Rosengartenstrasse vom Durchgangsverkehr befreien. Noch länger und verfahrener ist die Diskussion über die Rosengarten-Abstimmung vom 9. Februar. In diesen Tagen verteilen Gegnerinnen und Gegner der Vorlage Flugblätter. «Mehr Verkehr?», so der Titel. Und darunter: «1,1 Milliarden für den Rosengarten-Unsinn: Nein!»

Auf der Rückseite des Flugblatts wird der Zürcher Stadtrat zitiert: «Der Tunnel bringt trotz hohen Investitionskosten (...) keinen nennenswerten Mehrwert zur Erreichung der Klimaziele, da die Menge des motorisierten Individualverkehrs nicht abnimmt.»

Der kürzlich verteilte Flyer der Rosengarten-Gegner.

Ist der Stadtrat also gegen den Tunnel? Nein, er ist offiziell dafür. Die Frage lautet daher: Ist das Zitat in diesem Kontext korrekt verwendet worden?

Der Satz stammt aus einer Mitteilung, die der Stadtrat im November 2019 publiziert hat. «Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile stimmt der Stadtrat der Vorlage zu», hiess es darin.

Das ursprüngliche Zitat beinhaltet allerdings einen relativierenden Zusatz: «Zudem bringt der Tunnel trotz hohen Investitionskosten – abgesehen vom massgeblichen Ausbau des öffentlichen Verkehrs, der den künftigen Mehrverkehr aufnimmt – keinen nennenswerten Mehrwert zur Erreichung der Klimaziele, da die Menge des motorisierten Individualverkehrs nicht abnimmt.»

Lukas Wigger, Leiter Kommunikation im Präsidialdepartement, schreibt: «Das Zitat auf dem Flyer gibt einen Satz aus dieser Medienmitteilung in einseitig verzerrender Form wieder. Das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen und ein inhaltlich für den Stadtrat zentraler Aspekt wird weggelassen: die zwei wichtigen Tramverbindungen, die Teil des Gesamtprojekts sind. Sie bauen den öffentlichen Verkehr massgeblich aus, damit dieser künftigen Mehrverkehr aufnehmen kann.»

Pro-Lager benutzte Prominente

Auch das Pro-Lager sorgte Ende November 2019 für Diskussionen. Es verlinkte zwei Videos auf seiner Facebookseite «Chance Rosengarten». Darin waren Moderator Röbi Koller und Komiker Beat Schlatter zu sehen. «Was Röbi Koller und Beat Schlatter zur Situation im Rosengarten sagen», lautete der Titel. Das Problem: Die Aussagen der beiden Promis waren völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Sie drehten sich um eine Abstimmung von 2010, als sie Werbung für das Rosengartentram machten. Um einen Autotunnel ging es damals nicht.

Der Automobilclub, der die Prokampagne leitet, nahm die Videos wegen der daraus folgende Kontroverse nach kurzer Zeit wieder von der Seite.

Erstellt: 23.01.2020, 15:18 Uhr

Artikel zum Thema

Stadtrat fällt Entscheid zum Rosengartentunnel-Projekt

Linksgrüne Kräfte versuchten die Stadtregierung von ihrer Haltung zum Rosengartentunnel abzubringen. Sie scheiterten. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Traumpisten und Bilderbuchdörfer

In dem Bündner Hochtal können Feriengäste in der Nationalparkregion des Schweizerischen Nationalparks in eine intakte Welt eintauchen.

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Klebriger Protest: Eine PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) Aktivistin protestiert im Vorfeld der Mailänder Fashion Week gegen die Lederindustrie indem sie sich mit schwarzem Schleim übergiesst. (18. Februar 2020)
(Bild: Flavio Lo Scalzo) Mehr...