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Jetzt sind sie weg

Die Kantonspolizei hat heute Morgen die tschetschenische Familie, deren Asylantrag Anfang Jahr abgelehnt wurde, in Kilchberg abgeholt und nach Moskau ausgeschafft.

Die tschetschenischen Mädchen Markha (Mitte) und Linda (links) wurden mit ihrer Familie ausgeschafft. Viele Kilchberger wie ihre Freundin Melanie (rechts) kämpften dafür, dass sie bleiben dürfen. (4. Juli 2015)
Die tschetschenischen Mädchen Markha (Mitte) und Linda (links) wurden mit ihrer Familie ausgeschafft. Viele Kilchberger wie ihre Freundin Melanie (rechts) kämpften dafür, dass sie bleiben dürfen. (4. Juli 2015)
Sabina Bobst
Anfang Juni musste die Familie nach Russland ausreisen.
Anfang Juni musste die Familie nach Russland ausreisen.
Sabina Bobst
Nun haben sie beim Zürcher Migrationsamt ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung und Familiennachzug gestellt.
Nun haben sie beim Zürcher Migrationsamt ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung und Familiennachzug gestellt.
Sabina Bobst
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Heute Morgen um 7 Uhr 30 haben zivile Beamte der Kantonspolizei bei der reformierten Kirche Kilchberg Zugänge abgesperrt und die sechsköpfige Familie aus der russischen Republik Tschetschenien in einem Kleinbus abgeholt, schreibt Blick.ch. Unter Tränen verabschieden sich Kinder und Eltern aus Kilchberg.

Zweimal hatte die Zürcher Polizei bereits vergeblich versucht, die Familie aus Tschetschenien auszuschaffen. Seit wenigen Wochen genoss diese deshalb im Kirchgemeindehaus Kirchenasyl. Der Bus brachte die Familie gemäss der Zeitung zum Flughafen Zürich Kloten, wo ein gechartertes Flugzeug bereitstand. Zwischen 10 Uhr 30 und 11 Uhr hob es Richtung Moskau ab. Am Nachmittag passierte die Familie den russischen Zoll, beobachtet von Mitarbeitern des Staatssekretariats für Migration.

Kinder waren integriert

Vor viereinhalb Jahren war die Familie nach wochenlanger Flucht in die Schweiz gekommen. Der Vater soll in Tschetschenien gefoltert worden sein. Doch sein Asylantrag wurde Anfang Jahr in letzter Instanz abgelehnt. Die Familie lebte gut integriert in Kilchberg. Das jüngste der Geschwister, ein inzwischen vierjähriger Bub, kam in der Schweiz zur Welt, die drei älteren Kinder besuchten die Volksschule. Sie sprechen Zürcher Dialekt, schreiben gute Noten.

Doch nun hat sich die Familie gemäss Blick.ch entschieden, die Schweiz freiwillig zu verlassen. «Wir können dieses Leben in ständiger Angst und ständigem Druck unseren Kindern nicht mehr länger zumuten», sagt der Vater der Zeitung. Bis zuletzt hätten sie gehofft, hier bleiben zu können. Die Behörden hätten jedoch unmissverständlich klargemacht, dass es keine Gnade gebe, sagt ein Mitglied der Bürgerinitiative von rund 2500 Personen, die sich für den Verbleib der Familie eingesetzt hat. «Wir haben Angst vor dem, was uns in Russland erwartet, aber wir haben keine andere Wahl», sagt der Vater der Familie «Die Kinder brauchen grösstmögliche Stabilität. Wir danken der Bevölkerung in Kilchberg und der Kirche von ganzem Herzen für die grosse Unterstützung.»

Die Rückführung erfolgte gemäss der Sicherheitsdirektion einvernehmlich; in Begleitung eines Teams der Kantonspolizei, eines Arztes und einer Begleitperson der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter. Es ist vorgesehen, dass die Familie bis am Montag in Moskau bleibt. Dann reist sie weiter in den Kaukasus und sucht in der Nähe der Stadt Grosny eine Wohnung.

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