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Jihad-Berater scheint gefragt

17 Beratungen in den ersten 100 Tagen: Die Winterthurer Extremismus-Fachstelle ist seit dem Start mit jungen Leuten konfrontiert, die den Jihad ins Auge fassen.

Islamischer Hotspot in Winterthur: die An'Nur-Moschee (mittleres Gebäude).
Islamischer Hotspot in Winterthur: die An'Nur-Moschee (mittleres Gebäude).
Urs Jaudas

Eine Lehrerin meldet Urs Allemann, dass ein Schüler mit nordafrikanischen Wurzeln sich seit den Weihnachtsferien verändert hat. Die Mutter des Schülers hat einige Zeit zuvor einen sehr konservativen Muslim geheiratet; das zeigt nun Wirkung.

Allemann ist Leiter der Winterthurer Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention (FSEG); sie befasst sich mit Fällen, in denen junge Muslime Gefahr laufen, in den Radikalismus abzugleiten. Seit 100 Tagen gibt es die Jihad-Beratung, die im letzten Oktober startete; gestern wurde über die Zeit seit dem Start informiert.

Er wollte in den Krieg nach Syrien

Bei dem jungen Mann führt die gründliche Abklärung zur Erkenntnis, dass er womöglich nach Syrien reisen will. Darauf wird die Polizei eingeschaltet. Ob dies der einzige Fall ist, in dem die Strafbehörden beigezogen wurden, teilte die Fachstelle gestern nicht mit. Es sei noch zu früh, eine solche Angabe wäre nicht repräsentativ, hiess es.

Eine Statistik wurde immerhin kommuniziert. Ingesamt 17 Beratungen hat die FSEG durchgeführt, daneben hielt man auch Vorträge; das Kontakt halten zum Beispiel mit Schulen gehört zu den Pflichten der neuen Stelle. Bei den 17 Beratunen waren es in elf Fällen Lehrer und Jugendarbeiter, die sich meldeten. Einmal wurde ein Familienmitglied aktiv, und fünfmal trafen Meldungen aus der Bevölkerung ein.

Beratung sicher bis 2018

Die FSEG gibt es vorerst befristet bis Ende 2018. Wenn genug Erfahrungen gesammelt sind, will der Winterthurer Stadtrat entscheiden, wie es weitergeht.

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