Joggen und Müll entsorgen: Trend erreicht Zürich

Beim «Plogging» macht man Sport und gleichzeitig etwas gegen Littering. Am 2. Juni findet der erste Event in Zürich statt. Vorbild ist Skandinavien.

Abfall auflesen wär besser als drum herum rennen: Jogger an der Zürcher Seepromenade.

Abfall auflesen wär besser als drum herum rennen: Jogger an der Zürcher Seepromenade. Bild: Gaetan Bally/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Fitnesstrend aus Schweden verbindet Sport mit Engagement für die Natur und gegen Littering: das Plogging. Eine Kombination aus Jogging und dem schwedischen Wort «plocka», das übersetzt pflücken heisst. Jogging-Gruppen statten sich neben Laufschuhen mit Abfallsäcken aus und sammeln während des Laufens noch Müll zusammen.

Jetzt erreicht der Trend auch die Schweiz: Am Samstag, 2. Juni, findet um 8.30 Uhr der erste Plogging-Event von der Läuferplattform Züri rännt statt. «Seit einem TV-Beitrag über Plogging in Schweden haben wir diverse Anfragen erhalten, ob wir nicht auch so was auf die Beine stellen könnten», sagt Organisator Robert Peterhans.

Handschuhe, ein Züri-Sack und ein bisschen Humor

Er sei zuerst nicht ganz überzeugt gewesen von der Idee. «Schliesslich ist unsere Stadt ja sehr sauber», so der erfahrene Läufer. Eine Joggingrunde an einem Sonntagmorgen habe ihn dann umgestimmt. «Die vielen Personen, die am Wochenende in Zürich ausgehen, hinterlassen auch Abfall, und da wurde mir bewusst, dass ein Plogging-Event effektiv ein Beitrag gegen Littering leisten kann», so Peterhans.

Geplant sei ein lockerer Stadtlauf über eine Länge von rund sieben Kilometern mit Start beim Zürcher Bellevue. «Man braucht nur Arbeits- oder Haushaltshandschuhe, einen Züri-Sack und ein bisschen Humor – Leistungsdruck oder Tempovorgaben wird es nicht geben», so Peterhans. Der Inhalt der Säcke werde am Schluss gemeinsam in einer Recyclingstelle entsorgt.

Zweiter Event ist in Planung

Eine Anmeldung ist nicht nötig: «Alle, die Interesse haben und zumindest ein wenig Jogging-Erfahrung haben, sind willkommen.» Und wenn der Event auf positive Rückmeldungen stösst, könne man sich auch vorstellen, eine regelmässige Plogging-Veranstaltung zu organisieren. «Ein zweites Mal werden wir es ganz sicher nochmals machen – der Sonntag nach der Street Parade würde sich beispielsweise anbieten.»

(Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von TA) (wed)

Erstellt: 24.05.2018, 09:58 Uhr

Artikel zum Thema

Ein Orden für die härtesten Littering-Gegner

Städte, Gemeinden und Schulen, die sich gegen Littering einsetzen, werden künftig mit einem Label gekennzeichnet. Mehr...

Die Kantone müssen jetzt selbst für Littering-Bussen sorgen

Der Nationalrat lehnt eine landesweite Abfallsünder-Strafnorm ab. Ob sanktioniert wird, hängt nun von den Kantonen ab. Einige prüfen eine Reform. Mehr...

Nationalrat überraschend gegen Littering-Bussen

Der Nationalrat hat eine Änderung des Umweltschutzgesetzes abgelehnt. In der Diskussion um Littering-Bussen kam der Widerstand vor allem von rechter Seite. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Genuss und Freude schenken

Schenken Sie Ihren Freunden Hochgenuss in Form eines FINE TO DINE Gutscheins für über 130 Schweizer Restaurants.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...